Langes Warten auf Baugenehmigungen verzögert die Bautätigkeit. Die Stadt Gelsenkirchen setzt auf referenzielle Baugenehmigungen, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken.

Durch die lange Bearbeitungsdauer von Bauaufträgen in den kommunalen Baubehörden entstehen nicht nur wirtschaftliche Folgen, auch das Ansehen der Bauwirtschaft wird geschmälert, besonders durch die steigende Wohnungsnot als Folge verzögerter Bautätigkeiten im Wohnungsbau. Um diesem Problem entgegenzuwirken, muss flexible Personalaufstockung in den Behörden ermöglicht und eine vereinfachte Genehmigungsstruktur geschaffen werden. Die Stadt Gelsenkirchen setzt im Kampf gegen die Wohnungsnot auf referenzielle Baugenehmigungen und seriellen Wohnungsbau. „Schnell, einfach, bürokratiearm: Das ist der Ansatz von referenziellen Baugenehmigungen”, so Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit VISTA Reihenhaus wurden in Gelsenkirchen 91 Reihenhäuser gebaut und dafür nur vier Baugenehmigungen benötigt.

Baubehörden entlasten

Durch referenzielle Baugenehmigungen können Bauverfahren deutlich beschleunigt und die Bürokratie nachhaltig abgebaut werden; Der serielle Wohnungsbau mit baugleichen Gebäuden ermöglicht eine schnellere Umsetzung, da die Bauaufsicht nur wenige Bauwerke prüfen muss. So war es der Stadt Gelsenkirchen möglich, dringend benötigten Wohnraum schnell bereit zu stellen, zudem kann dieser Wohnraum zu bezahlbaren Preisen angeboten werden. Auch die ohnehin schwache Personalsituation kommunaler Baubehörden wird entlastet. „Gelsenkirchen und VISTA Reihenhaus sind gemeinsam Vorreiter bei der Umsetzung dieses neuen Verfahrens“, freut sich Ina Scharrenbach. Serielles Bauen und anspruchsvolle Architektur schließen sich nicht aus. Damit serieller Wohnungsbau Akzeptanz findet, muss es das Ziel sein, „den städtebaulichen und gestalterischen Bezug zum Standort herzustellen”, sagt Barbara Ettinger-Brickmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK), wozu besonders der Raum zwischen den Gebäuden mit in das gestalterische Gesamtkonzept eingebunden werden muss.