Die Erwartungen an das Handwerk steigen stetig. Um ihnen gerecht zu werden, müssen digitale Lösungen eingesetzt und gemeinsam gearbeitet werden.

Zwar sind die Auftragsbücher zum Bersten gefüllt, aber darauf darf sich nicht ausgeruht werden, denn Kunden erwarten immer mehr. Sie wollen nicht bloß, dass die handwerkliche Arbeit verrichtet wird, sie wollen eine rundum-sorglos-Betreuung aus Verkauf, Beratung und Verarbeitung. Doch viele Handwerksbetriebe können dieser Anforderung nicht gerecht werden, weil es ihnen an Know-how fehlt und auch die benötigten Innovationen seitens des Herstellers nicht vorhanden sind, die sie an Kunden weitergeben könnten.

Das Handwerk entwickelt sich zur Zwei Klassen-Gesellschaft

Handwerksmeister Thomas Graber macht sich bereits dafür stark, dass Hersteller, Handel und Verarbeiter enger zusammenarbeiten, um den Kundenwunsch bestmöglich zu erfüllen. Für ihn steht fest, dass das Handwerk eine Zwei Klassen-Gesellschaft sein wird. Die eine Klasse wird aus denjenigen Betrieben bestehen, die im Baumarkt einkaufen und auf preisgünstige, aber auch gering qualifizierte Arbeitskräfte setzen, um simple Aufträge zu erfüllen. Die zweite Klasse wird mit Fachkompetenz, Kreativität und lösungsorientierten Leistungen vor den Kunden glänzen. Besonders für die Zweite Gruppe bedarf es mehr Unterstützung durch Hersteller und Handel. Hersteller müssen wieder mehr Spezialprodukte anfertigen und der Handel muss mehr Fachpersonal für eine angemessene Beratung einsetzen. Nur durch Zusammenarbeit kann das Handwerk innovativ, kreativ und lösungsorientiert arbeiten, so dass jeder am Ende daraus profitiert.

Digitale Lösungen beschleunigen und optimieren

Besonders wichtig, um nicht den Anschluss zu verlieren, ist Digitalisierung. Ungefähr 30 Prozent des CO2-Fußabdrucks und 90 Prozent stofflicher Ressourcennutzung werden durch Gebäude verursacht. Um den Ressourceneinsatz und die Materialwahl bewusst zu optimieren, müssen Unternehmen mit digitalen Lösungen arbeiten. So kann auch das Wohlbefinden der Nutzer gesteigert werden und auf deren spezielle Wünsche besser eingegangen werden. Wer als Anbieter benötigte Daten für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit nicht liefern kann, bleibt zurück.