Nach zwei Feldversuchen kann das Ingenieurbüro Basler & Hofmann überzeugt sagen: Das Potential von Augmented Reality für den Tiefbau ist groß.

Augmented Reality, kurz AR – Wenn die menschliche Wahrnehmung der Realität computerunterstützt erweitert wird. Längst steckt die Technologie nicht mehr in ihren Kinderschuhen. Es stellt sich die Frage, ob die AR Datenbrillen auch im Tief- und Werkleitungsbau einen Mehrwert bringen können. Das Ingenieurbüro Basler & Hofmann wollte es wissen und hat in Zusammenarbeit mit dem Start-up-Unternehmen V-Labs GmbH, das sich auf die Entwicklung von Software für die AR-Brille Hololens von Microsoft spezialisiert hat, zwei Feldversuche durchgeführt.

Wegbegehungen vereinfacht

Basel & Hofmann unterhält für zahlreiche Gemeinden und Werke Geoinformationssysteme (GIS), in denen Werkleistungsdaten geführt werden. Diese Daten bilden die Grundlage für Straßenbau- und Infrastrukturprojekte. Für den ersten Feldversuch wurden die Werkleitungsdaten der Gemeinde Pfäffikon ZH auf die AR-Brille gespielt und automatisch als 3D-Modell aufbereitet. „In der Hololens wurden uns die Werkleitungsdaten bis auf zehn Zentimeter genau auf den Boden projiziert, während wir durch die Straßen der Gemeinde gegangen sind. Die Lage der Objekte wird während des Gehens mittels GPS laufend berechnet und korrigiert.“, schwärmt Verduccio. Die Lösungen von V-Labs sind auch für ganze Gebiete und lange Straßenzüge geeignet.

Soll-Ist-Vergleich

Durch den zweiten Feldversuch konnte das große Potential von AR für Bauleitungen und Unternehmen gezeigt werden. Dieser wurde an der Eigenheimstraße in Küsnacht ZH durchgeführt. Über die Hololens konnte das Projektteam den digitalen Zwilling der Straße vor Ort verfügbar machen – genau dort, wo Basler & Hofmann im vergangenen Jahr mit der Planung eines BIM-Tiefbau-Pilotprojekts beauftragt war.

«Wir stellen uns vor, dass Bauleiter und Unternehmer in Zukunft mit der Anzeige des digitalen Projektmodells vor Ort einfach einen Soll-Ist-Vergleich machen können», erläutert Vedruccio. Unnötige Schäden können so verhindert werden, denn Unsicherheiten, etwa über die Position bestehender Leitungen, können rasch geklärt werden, was die Ausführungsqualität steigert. Laut Vedruccio sei der nächste Schritt, AR auf einer laufenden Baustelle zu testen. Sie ist überzeugt davon, dass durch die Visualisierungsmöglichkeiten mit AR zudem die Kommunikation über Straßen- und Tiefbauprojekte vereinfacht werden kann.