Wegen der Corona-Krise haben viele Betriebe wenige Aufträge. Damit keine Mitarbeiter entlassen werden müssen, kann Kurzarbeitergeld beantragt werden. Die wichtigsten Fragen.

Grundsätzlich kann jeder Betrieb Kurzarbeitergeld beantragen, unabhängig von der Größe. Kurzarbeitergeld kann auch nur für einzelne Abteilungen eines Unternehmens beantragt werden, wenn zum Beispiel die Produktion aussetzen muss, die Verwaltung aber wie gewohnt weiterarbeiten kann.

Wann kann ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen?

Wenn durch einen Arbeitsausfall erheblicher Entgeltausfall im Betrieb eintritt, kann Kurzarbeitergeld beantragt werden. Es muss allerdings nachgewiesen werden, dass dies daran liegt, dass wenige Aufträge eingehen und nicht nur finanzielle Verluste vorliegen, weil Auftraggeber beispielsweise weniger zahlen. Zu Kurzarbeit kann also übergegangen werden, wenn es entweder wirtschaftliche Gründe gibt oder im Fall eines unabwendbaren Ereignisses, wie ein Brand oder Unwetterschäden. Ein weiteres Kriterium ist die Unvermeidbarkeit der Kurzarbeit. Zuvor müssen alle zumutbaren Alternativen ausgetestet werden, wie das Abbauen von Überstunden. Momentan wird aufgrund der Corona-Krise auf den Aufbau negativer Arbeitszeitssalden teilweise oder vollständig verzichtet. Zudem muss der Arbeitsausfall eindeutig vorübergehender Natur sein und die Arbeitnehmer müssen dem Kurzarbeitergeld zustimmen.

Wegen der Lockerungen der Regelungen aufgrund der Krise sollen Unternehmen, wenn nur 10 Prozent der Beschäftigten betroffen sind, bereits Kurzarbeitergeld beantragen. Auch Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld bekommen. Geringverdiener werden mitgezählt, Auszubildende nicht.

Wo beantragt man es und wer zahlt das eigentlich? 

Wenn durch den Arbeitgeber eine Anzeige der Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit eingereicht wird, kümmert sich diese um die Auszahlung. Vordrucke für den Antrag können online heruntergeladen oder bei der örtlichen Arbeitsagentur erhalten werden. Die Anzeige muss spätestens am letzten Tag des Monats, in dem in Kurzarbeit gearbeitet wird, bei der Bundesagentur für Arbeit eingehen.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld? 

Die Differenz aus dem eigentlichen Nettolohn und dem Nettolohn, der während der Kurzarbeit ausgezahlt wird, ist entscheidend. Arbeitnehmer erhalten rund 60 Prozent dieser Differenz, wenn Kinder mit im Haushalt leben 67 Prozent. Dabei gehen die Arbeitgeber in Vorleistung und zahlen zunächst das Kurzarbeitergeld, bekommen es aber von der Arbeitsagentur zurückerstattet. Dieser Antrag muss spätestens drei Monate nach Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums bei der Arbeitsagentur eingehen. Während der Corona-Krise werden auch Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden in vollem Umfang erstattet.

Wie lange bekommt man Kurzarbeitergeld? 

Kurzarbeitergeld kann maximal für zwölf Monate bezogen werden. Wenn zwischenzeitlich Aufträge eingehen, kann dieser Zeitraum auch unterbrochen werden. Dauert die Unterbrechung mehr als drei Monate an, muss danach erneut ein Antrag gestellt werden. Weitere Informationen für Arbeitgeber gibt es auf der Website der Bundesagentur für Arbeit. Montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr ist die Hotline für Arbeitgeber erreichbar:  0800 45555 20.