Bereits über die Hälfte der Handwerksbetriebe setzt digitale Technologien ein – das ergab eine von ZDH und Bitkom in Auftrag gegebene Studie.

Im Januar und Februar 2020 führte die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks eine repräsentative Umfrage über die Digitalisierung in Handwerksbetrieben durch. 502 Geschäftsführer und Mitglieder der Geschäftsführung und Unternehmungsleitung von Handwerksunternehmen aller Größen in Deutschland wurden befragt. Digitale Medien finden immer mehr Akzeptanz und Einsatz in Unternehmen. 53 Prozent nutzen bereits digitale Technologien. Im Jahr 2017 setzten erst 45 Prozent der Betriebe digitale Anwendungen ein. Dabei ist die am meisten genutzte Technologie das Cloud Computing (27 Prozent). Auch beliebt ist der Gebrauch von smarten Softwares (13 Prozent), um beispielsweise Arbeitszeiten automatisch nach Projektstatus einzuteilen oder von Trackingsystemen (12 Prozent), um Maschinen und Betriebsmittel nachverfolgen zu können.

Existenzsicherung durch Digitalisierung

Jeder Zehnte Betrieb hat vorausschauende Wartungen im Einsatz. Dank Sensoren und Datenanalyse können drohende Ausfälle von Anlagen frühzeitig erkannt werden. Bisher wenig genutzt werden 3D-Technologien (7 Prozent), Drohnen (5 Prozent) und Roboter (5 Prozent).

“Es gibt inzwischen viele positive Beispiele dafür, wie die Digitalisierung erfolgreich im Handwerk umgesetzt wird“, sagt ZDH-Geschäftsführer Karl-Sebastian Schulte. Zwei von drei Handwerksbetrieben begreifen die Digitalisierung als Chance. Mehr als die Hälfte der Betriebe (54 Prozent) gibt an, dass die Digitalisierung zur Existenzsicherung des eigenen Unternehmens beitrage.

Aber die vielen neuen Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung eröffnen, werden auch als Herausforderung wahrgenommen (56 Prozent), viele Unternehmen haben Probleme, die Digitalisierung im eigenen Unternehmen zu bewältigen (36 Prozent) und 13 Prozent erachten sie sogar als Risiko. „Wichtig ist, dass sich alle Betriebe mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen, um auch künftig am Markt bestehen zu können. Wir müssen und werden unsere Handwerksbetriebe noch stärker bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen unterstützen“, sagt Schulte.

Internetpräsenz durch eine eigene Homepage

Eine eigene Homepage gehört heutzutage zum Konsens (97 Prozent). Aber auch andere Maßnahmen, um die Online-Präsenz zu stärken, erleben Zuspruch. Bereits 84 Prozent haben sich in Online-Verzeichnisse wir Google Maps oder werlieferwas.de eingetragen, etwa ein Drittel (30 Prozent) ist in sozialen Netzwerken wir Pinterest, Facebook, Instagram oder YouTube aktiv. 2020 wollen die Handwerksbetriebe durchschnittlich mehr als 2.000 Euro für die Anschaffung digitaler Güter und Leistungen aufwenden. Aber Digitalisierung ist teuer, für fast die Hälfte (47 Prozent) sogar zu teuer. Und auch die Ausbildung der Mitarbeiter im Umgang mit digitalen Lösungen ist mit großem finanziellen Aufwand verbunden.