Der Verkauf der Aufzugsparte des Essener Unternehmens ist bereits seit Ende Februar beschlossene Sache. Die Übergabe an die Finanzinvestoren erfolgt Ende des Jahres.

17,2 Milliarden Euro konnte Thyssenkrupp für seinen wertvollsten Unternehmensbereich erzielen. Die Käufer bilden ein Konsortium um die internationalen Finanzinvestoren Advent und Cinven und die RAG-Stiftung. Geplant ist, mit dem Geld bestehende Schulden abzubauen, Pensionsverpflichtungen zu decken und den Umbau der verbliebenen Konzernteile zu finanzieren. „Wir haben nicht nur einen sehr guten Preis erzielt, sondern werden die Transaktion auch zügig abschließen können“, freut sich Vorstandsvorsitzende Martina Merz. Man könne mit dem Verkauf jetzt wieder „Fahrt aufnehmen“. Während das Stahlgeschäft des Konzerns weiterhin rote Zahlen schreibt, ist die Aufzugsparte derzeit der nennenswerteste Gewinnbringer von Thyssenkrupp. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte die Sparte operativ 228 Millionen Euro. Insgesamt beschäftigt Thyssenkrupp in diesem Bereich etwa 53.000 Mitarbeiter – etwa ein Drittel aller Beschäftigten des Konzerns. Auf den Vollzug des Verkaufs hofft Thyssenkrupp bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 30. September. Die Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen. In einer Mitteilung heißt es aber, dass man keine Bedenken der zuständigen Behörden erwarte. Das Unternehmen plant, für einen Anteil am Verkaufspreis in Höhe von 1,25 Milliarden Euro wieder Anteile am verkauften Aufzugsgeschäft zu erwerben.

Aktien schreiben rote Zahlen

Wegen der Panik rund um das Coronavirus befinden sich die Aktien des Essener Traditionsunternehmens auf einem Rekordtief. Bei einem Umsatz von rund 42 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Konzern an der Börse nun lediglich noch 4,3 Milliarden Euro wert. Nach dem Verkauf der gewinnbringenden Aufzugsparte soll der traditionsreiche Stahl wieder in den Fokus der Geschäfte rücken. Dieser Geschäftsbereich hatte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres allerdings einen operativen Verlust von 164 Millionen Euro zu verzeichnen. So sollen im Stahlbereich zunächst 2000 Arbeitsplätze abgebaut werden, auf mittelfristige Sicht könnte das noch weitere 800 Stellen betreffen.