Laut einer Umfrage sind Messebauer und Betriebe an der Grenze besonders betroffen. Finanzielle Entlastung wird dringend benötigt.

Die Bauwirtschaft bekommt die Folgen der Corona-Krise deutlich zu spüren. Deswegen müssen zügige Maßnahmen getroffen werden, um die Liquidität der Betriebe zu sichern. Angestrebt sind dabei rasche und unbürokratische Überbrückungsunterstützung, wie Regelungen zu Beitragsstundungen, Anpassungen im Steuerrecht und Schnellverfahren bei der Kreditvergabe. Auch vereinfachtes Kurzarbeitergeld wird sehr begrüßt.

Folgen der Corona-Krise, wie die Absage von Messen, das Home-Office bis dahin und auch dass Arbeit eingestellt werden muss, wirken sich auf die Konjunktur aus. „In der gegenwärtigen Lage müssen wir solche wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen ergreifen, mit denen wir verhindern, dass an sich gesunde Unternehmen und Betriebe wegen krisenbedingter Liquiditäts- und Kapazitätsprobleme in die Insolvenz geraten und Arbeitsplätze verloren gehen”, erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). „Am sinnvollsten erscheint es daher, sich darauf zu konzentrieren, Betriebe kurzfristig auf der Finanzierungs- und Kostenseite zu entlasten.” Über die Hälfte der Betriebe bekommen die Auswirkungen der Krise zu spüren. Ihnen müssten Instrumente in die Hand gegeben werden, um ihre Liquidität zu erhalten. Doch auch die Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) entlastet die Betriebe finanziell schnell und unbürokratisch durch die Stundungen der Beitragszahlungen.

Betriebe an den Grenzen haben besonders große Schwierigkeiten

Laut einer Umfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) sind die Messebauer besonders betroffen, die bereits 70 bis 90 Prozent ihres Auftragsvolumens eingebüßt haben. Besonders angespannt ist die Situation auch in Südbaden. Viele Mitarbeiter der dort ansässigen Unternehmen kommen aus dem Elsass, das als Risikogebiet eingestuft wurde und dürfen deswegen nicht mehr nach Deutschland einreisen. Im schlimmsten Fall, wenn zu viele Mitarbeiter nicht mehr eingesetzt werden können, müssen Betriebe schließen.