Die drei wahrscheinlichsten Möglichkeiten, was die Folgen der Krise sein könnten und Schutzmaßnahmen, die von Unternehmen ergriffen werden können.

S&B Strategy hat Unternehmen aus den eigenen Zielbranchen und Gesundheitsexperten zu den Auswirkungen der Corona-Krise befragt. Die Münchener Unternehmensberater haben drei wahrscheinliche Szenarien entwickelt und deren Treiber und Effekte für die Wirtschaft beleuchtet und zusammengefasst. Aus diesen Szenarien wurden Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für die Bauzulieferindustrie abgeleitet.

„Viele Hersteller hatten bereits Schwierigkeiten, die für die Produktion notwendigen Komponenten aus Asien zu beziehen, als das Virus noch auf China lokal begrenzt war. Jetzt wirkt sich COVID-19 vor allem auf die Lieferketten und die Nachfrage in Europa aus.“, erklärt Christoph Blepp, Partner bei S&B Strategy. Bisher sind die Auswirkungen auf den Einkauf begrenzt. Abhängig von der täglichen Ansteckungsrate können aber Geschäftsprozesse und später auch die Nachfrageseite negativ beeinflusst werden.

Die drei Szenarien

Das erste der möglichen Szenarien ist das V-Szenario. Dieses beschreibt einen kurzfristigen Einschnitt und die Rückkehr zum Normalzustand innerhalb weniger Wochen. Das U-Szenario beschreibt dahingegen bereits umfangreiche staatliche Eingriffsmaßnahmen und Liquiditätshilfen, da die mehrwöchige Blockade bei vielen Unternehmen zu Liquiditätsproblemen führen würde. Das L-Szenario beschreibt den worst case, nämlich eine länger anhaltende Rezession mit einer hohen Anzahl an Insolvenzen.

Obwohl die Bauindustrie im Vergleich zu beispielsweise der Tourismus- und Gastronomiebranche deutlich weniger belastet ist, kann es, je nach Szenario und damit Dauer der staatlich verordneten Eindämmungsmaßnahmen, auch bei Bauzulieferunternehmen zu unterbrochenen Lieferketten, blockierten Geschäftsprozessen und sogar signifikanten Nachfrageeinbrüchen kommen. Je nach Szenario kann die Corona-Krise verheerende Auswirkungen auf die deutsche Bauzulieferindustrie haben.

Um sich vor negativen Folgen zu schützen, sollten Unternehmen nicht nur so früh wie möglich entsprechende Planungen für die einzelnen Szenarien vornehmen, sondern auch einen detaillierten Plan für das schlimmstmögliche Szenario erstellen. Außerdem sollten interne Maßnahmen ergriffen werden, um das Virus einzudämmen und auch freiwerdende Kapazitäten sollten ausgenutzt werden, um liegengebliebene Themen zu bearbeiten.