Nachdem die internationale Handwerksmesse (IHM) in München abgesagt wurde, wird nun klar, welche finanziellen Schäden die endgültige Absage alle die Beteiligten verursacht.

Auf dringende Empfehlung des Krisenstabs der bayrischen Staatsregierung wurde die internationale Messe für Handwerker aus aller Welt abgesagt. Eine Verschiebung kam für die Veranstalter nicht infrage. Für viele Teilnehmer sei zu unsicher gewesen, ob sie im Sommer noch Zeit für einen Besuch gehabt hätten. Die vollständige Absage bedeutet allerdings vor allem für den Veranstalter GHM extreme finanzielle Verluste. Aber auch Kammern und Betriebe leiden unter dem Ausfall der Leistungsschau. „Es ist nicht nur ein finanzieller Schaden, es ist auch ein ideeller Schaden“, sagte Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstags, bei einem Pressegespräch in München. Er sprach von einem „harten Schlag“. So geht laut GHM-Chef Dieter Dohr vor allem für die Handwerker viel verloren. Somit wären während der fünf Messetage Aufträge und Geschäfte mit einem Volumen von etwa 42 Millionen Euro abgewickelt worden. „Die Messe ist auch eine wichtige Verkaufsveranstaltung.“ So würden manche Gold- und Silberschmiede beispielsweise ein Fünftel bis ein Viertel ihres Jahresumsatzes auf der IHM erzielen. Auch werben viele Betriebe auf der Messe um Lehrlinge. „Die IHM ist eine Plattform, die ihresgleichen sucht und zeigt, wie modern das Handwerk ist“, sagte Lars Bubnick, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das Fleischerhandwerk. Hotellerie und Gastronomie leiden ebenfalls unter den zahlreichen Absagen durch die fehlende Messe in München. In den kommenden Wochen soll der Frage nachgegangen werden, wer nun für die entstandenen Kosten aufkommt. „Die Hauptlasten haben wir zu tragen“, befürchtet GHM-Geschäftsführer Dohr. Dabei gehe es um „einige Millionen Euro“. Aber auch die Handwerkskammern haben Messestände beauftragt und bleiben neben den Ausstellern somit auf den Kosten sitzen. „Die Frage ist komplex. Vieles ist noch nicht geklärt“, sagte Dohr.