Die neue Umfrage des Verbandes Beratender Ingenieure (VBI) zeigt: Die zum Verband gehörenden Ingenieurunternehmen starten mehr als optimistisch ins Jahr 2020.

So gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass der Auftragsboom in der Branche bei den unabhängigen Planungsbüros stoppt. Laut der Umfrage beurteilen aktuell 95 Prozent der beteiligten Büros ihre wirtschaftliche Lage als gut (59 Prozent) oder sehr gut (36 Prozent). Angesichts der anhaltend guten Konjunktur sind die Umsätze 2019 bei 41 Prozent der Umfrageteilnehmer gestiegen, bei 44 Prozent gleich geblieben und nur bei 16 Prozent rückläufig. Dennoch: Der Fachkräftemangel ist auch beim VBI angekommen. So beklagen drei Viertel der Umfrageteilnehmer die immer schwieriger werdende Suche nach qualifiziertem Personal. Ein Drittel der Unternehmen musste aus Mangel an geeigneten Bewerbern 2019 sogar ohne die geplanten Neueinstellungen auskommen. „Das ist ärgerlich und schädlich für die gesamte Baubranche. Von unseren Planungsleistungen hängt maßgeblich ab, wie schnell und nachhaltig der von der Politik angeschobene Investitionshochlauf gebaute bzw. sanierte Infrastruktur wird“, kommentiert VBI-Präsident Jörg Thiele. Daher müsse auch weiterhin viel Werbung für die Ingenieurstudiengänge gemacht werden. „Und wir unabhängigen Planungsunternehmen müssen uns mehr einfallen lassen, um den ‚Arbeitsplatz Ingenieurbüro‘ mit seinem attraktiven Mix aus virtueller Modellierung am PC und der Baustellenwirklichkeit bekannter zu machen“, ergänzt Herr Thiele. Interessant sind auch die Ergebnisse bezüglich der Frauenquote in der Branche. 17 Prozent der teilnehmenden Büros beschäftigen aktuell 50 und mehr weibliche Ingenieure. In weiteren 46 Prozent sind immerhin zwischen 20 und 40 Prozent der Planer weiblich. Insgesamt wurden bei der Umfrage 688 Ingenieurbüros befragt.