Seit mittlerweile neun Jahren hält der Aufschwung im deutschen Baugewerbe an. Ein weiterer Kapazitätsaufbau sei allerdings von der Politik abhängig, so der ZDB.

2019 betrug der Umsatz im deutschen Baugewerbe 135 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2018 entspricht das einem Plus von 8,5 Milliarden Euro, meldet das Statistische Bundesamt. Mit Blick auf das abgelaufene Jahr 2019 ist festzuhalten: Noch hält der Aufschwung in der Bauwirtschaft im neunten Jahr an“, kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Der Grund dafür liegt vor allem in sogenannten Investitionsstaus. Viele Bauherren haben sich mit Investitionen in die Infrastruktur und den Wohnungsbau zurückgehalten. Nun werde dieser Stau Schritt für Schritt abgearbeitet. Um diese Nachfrage zu stillen, haben die Bauunternehmen fleißig eingestellt. Gegenüber 2018 seien die Belegschaften um rund 33.400 Mitarbeiter auf insgesamt etwa 870.000 gewachsen. Das entspricht einem Plus von vier Prozent. Für 2020 rechnet der ZDB sogar mit einem Anstieg auf 885.000 Beschäftigten. 2009 lag die Zahl der auf dem Bau Beschäftigten noch bei 705.000.

Politik spielt entscheidende Rolle

Der weitere Aufbau ist laut Pakleppas Meinung allerdings nicht nur von den Bauunternehmen abhängig: „Klar ist, dass dieser Kapazitätsaufbau nur fortgesetzt werden kann, wenn die politischen Rahmenbedingungen dies zulassen. Dafür braucht es Investitionen, die über die aktuelle Legislaturperiode hinausgehen und nicht nur kurzfristigen Aktionismus. Daher sollte die Bundesregierung sowohl die Förderung durch das Baukindergeld verlängern als auch für eine dauerhafte Anhebung der linearen Abschreibung sorgen“, fordert Pakleppa. Für das laufende Jahr erwartet der Baugewerbeverband eine Umsatzsteigerung um 5,5 Prozent auf 142 Milliarden Euro. Auch fordert der Verband die Länder auf, zügig weitere Projekte marktreif zu machen. Der Bund müsse die entstehenden Planungskosten übernehmen. „Allen ist bekannt, dass die gesetzliche Pauschale von fünf Prozent der Baukosten nicht auskömmlich ist. Die Übernahme der Planungskosten darf die Investitionsbudgets allerdings nicht reduzieren.“