Augmented Reality und Virtual Reality erhalten zunehmend Einzug in viele Ausbildungen. Das Fraunhofer-Institut berät interessierte Betriebe, Kammern und Verbände.

„Die Unternehmen versuchen verstärkt, Lernprozesse mit dem alltäglichen Arbeitsgeschehen zu vermischen“, stellt Dr.-Ing. Mario Aehnelt vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock fest. Ermöglicht wird das den Berufseinsteigern mit neuen Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). In der Fachabteilung Visual Assistance Technologies erforschen Aehnelt und seine Mitarbeiter beispielsweise, wie die Unternehmen aus ihren CAD-Daten möglichst einfach und schnell Inhalte in AR und VR erstellen können, um so ihr Wissen an alle Mitarbeiter weiterzugeben. Vor allem in großen Industrieunternehmen werden AR und VR momentan eingesetzt. „Sie besitzen die Manpower und das nötige Prozesswissen, um die Modelldaten ihrer Konstruktionen in AR- oder VR-Anwendungen zu überführen, die im Sales- oder Trainingsbereich genutzt werden können.“ Zurzeit ist AR die beliebtere Methode. Die Gründe dafür liegen laut Aehnelt vor allem in den vergleichsweise niedrigen Kosten. „Bei AR ist man mit einem Tablet oder Smartphone plus Internetverbindung schon mit 300 bis 400 Euro startklar.“ Die Investition in VR-Brillen und –Stationen schlägt mit dem Zehnfachen zu Buche. Zudem wirke AR viel direkter als VR. „In der laufenden Produktion können den Mitarbeitern am Band etwa Informationen zur Problembehebung direkt eingeblendet werden.“

Keine Scheu vor neuen Technologien

„Neue Technologien bringen natürlich immer eine gewisse Ungewissheit mit sich – davon sollten sich Interessierte aber nicht abschrecken lassen.“ So sprechen für die Technologie viele Vorteile. Ausbildung müsse zum Beispiel nicht mehr nur ausschließlich an einem zentralen Ort, sondern kann auch bequem von zu Hause aus stattfinden. „Mal ehrlich, wir sorgen uns doch in allen Branchen um den Nachwuchs. Die neue Generation wächst mit AR und VR ganz anders auf. Da liegt es nur nahe, auch die Ausbildung um moderne Technologien zu ergänzen, um sie zeitgemäßer zu gestalten und damit letztlich die Attraktivität zu erhöhen“, so Aehnelt. Auch der Methodenwechsel im Lehren und Lernen durch die neuartigen Methoden sei eine gute Abwechslung.