Handwerker auf dem Dach müssen sehr schwere Lasten tragen. Das Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat (BMI) möchte den Dachdeckern das Arbeitsleben erleichtern.

Bei der Suche nach Antworten auf die Frage, wie dies gelingen könnte, kommen nicht nur physikalische Grenzen auf. So stellt das Qualitätsbewusstsein der Deutschen auch eine psychische Grenze dar. Die Deutschen neigen nämlich zu massiven Bauweisen mit hohen Sicherheitsreserven. Auf physikalischer Ebene sprechen Unter- und Überschreitungsgrenzen gegen die Erleichterung der Materialien. Diese Grenzen lassen sich jedoch ausloten. So bietet die Tochterfirma des BMI, Icopal, bereits die leichtere Dampfsperrbahn Alu-Villatherm und die leichtere Oberlagsbahn Thermosolo für das Flachdach an. Bei ganzen 20 Prozent weniger Gewicht wurden keine Abstriche bei der technischen Qualität gemacht. Erzielt wurde diese Gewichtsreduktion durch Blähglasgranulat aus Recyclingglas in der Füllstoff-Rezeptur. Pro Dampfspeerbahn-Rolle entlastet diese Reduktion den Dachdecker um 6,5 Kilogramm und auch die Dachkonstruktion wird somit leichter.

Aber auch auf geneigten Dächern kann man Dachdecker bereits entlasten. Die Doppel-S Aerlox-Dachsteine von Braas sparen pro Quadratmeter ganze 13 Kilogramm Gewicht ein. Zur Herstellung eines Dachsteins wie der bekannten Doppel-S Pfanne wird in erster Linie Wasser, Zement und Sand benötigt. Sand als Inhaltsstoff wird teilweise durch leichte Zuschlagstoffe ersetzt und auch die Unterseite der Dachsteine wurde so optimiert, dass der Bereich der Wasserläufe dünner hergestellt werden kann. Ein Stein wiegt somit statt den üblichen 4,3 nur noch drei Kilogramm. Bei einer Arbeit wie dem Anreichen und Verlegen von Dachpfannen, die händisch zu leisten ist, ist das eine Arbeitserleichterung um rund 30 Prozent. Das schont nicht nur den Rücken und die Gelenke der Dachdecker, sondern sorgt auch für eine höhere Arbeitseffizienz.