Komplexe Technik und die Digitalisierung ist für viele junge Menschen wieder ein Grund, eine Ausbildung auf dem Bau anzufangen. Die Bauwirtschaft bietet gute Perspektiven.

Weniger mit Muskeln arbeiten, dafür mehr mit Fachwissen glänzen – diese Aussichten überzeugen immer mehr Schulabgänger, eine Ausbildung in der Baubranche anzutreten. Das belegen aktuelle Zahlen der Sozialkassen Bauwirtschaft (SOKA-Bau). Demnach waren trotz des Nachwuchsproblems der Bauwirtschaft zum Ende 2019 rund 40.000 junge Leute in einem Ausbildungsverhältnis im Baugewerbe. Das entspricht gegenüber 2018 ganzen 2,5 Prozent mehr. 80 Prozent dieser Auszubildenden absolvieren ihre Lehre bei einem Familienbetrieb. Aus den alten Bundesländern stammen rund 33.627 Auszubildende, was einem Anstieg von 1,4 Prozent entspricht. Die neuen Bundesländer können mit insgesamt 6.146 Auszubildenden einen Anstieg von 8,8 Prozent verzeichnen. „Damit stieg die Zahl der Lehrlinge zum vierten Mal in Folge. Einmal mehr zeigen die Zahlen, wie attraktiv eine Ausbildung am Bau für junge Menschen ist“, freut sich der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa.

Gute Perspektiven

Grund für die guten Ausbildungszahlen seien vor allem die gute Entlohnung und die positiven Aussichten in der Bauwirtschaft. So gebe es im Bereich Infrastruktur und Wohnungsbau in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch viel zu tun. Durch die technischen Weiterentwicklungen und die Digitalisierung am Bau haben sich außerdem die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen drastisch verändert. Der Alltag hat sich durch den Einsatz der neuen Techniken sehr verändert. So sei laut Pakleppa Fachwissen heutzutage wichtiger als reine Muskelkraft und müsse stets auf dem neuesten Stand gehalten werden. Der Hauptgeschäftsführer wies außerdem darauf hin, dass über die Berufsbildungsumlage rund 380 Millionen Euro an die Ausbildungsbetriebe und Ausbildungszentren fließen. „Um diese gemeinsame Finanzierung großer Teile unserer Ausbildung beneiden uns andere Branchen. Rechnet man die Kosten der Ausbildungsbetriebe, die auch noch zu bewältigen sind, hinzu, so investieren die Betriebe rund 750 Millionen Euro jährlich in ihren Berufsnachwuchs.“