Anders als in anderen Bereichen, empfängt das Elektrohandwerk mehr Auszubildende. Gleichzeitig steigt die Zahl der weiblichen Lehrlinge – im Gegensatz zu anderen Gewerken.

Die Elektrobetriebe freuen sich für das Ausbildungsjahr 2019/2020 über rund 15.717 neue Ausbildungsverträge. Das sind 0,9 Prozent mehr als im Ausbildungsjahr davor und setzt das Wachstum weiter fort. Mit dieser Entwicklung hebt sich das Elektrohandwerk ganz stark vom Gesamtdurchschnitt ab. So hat das Handwerk in der Gesamtentwicklung etwa 1,7 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Jahr davor. Die Ursache dafür liegt vor allem darin, dass viele Schulabgänger lieber ein Studium beginnen, als eine Ausbildung (im Handwerk) zu machen. Von dieser Entwicklung ist das Elektrohandwerk jedoch nicht betroffen. Momentan erlernen rund 43.250 junge Menschen einen elektrohandwerklichen Beruf.

63 mehr Frauen als im Vorjahr

Erfreulich ist auch die Entwicklung in der Geschlechter-Verteilung. So haben für das aktuelle Ausbildungsjahr 408 Frauen einen Vertrag im Elektrohandwerk unterschrieben. Mit 63 Frauen mehr als noch letztes Jahr entspricht das einem Anstieg von ganzen 18,3 Prozent. Die meisten dieser Frauen interessieren sich vor allem für den Bereich „Elektronikerin Energie- und Gebäudetechnik“. Smart Home, Elektromobilität und Energieeffizienz verhelfen diesem Bereich das größte Wachstum. „Nachwuchswerbung ist für uns in den Elektrohandwerken ein enorm wichtiges Thema – und das nicht erst, seit der Fachkräftebedarf sichtbar steigt“, erklärt Hans Auracher, Vizepräsident des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), verantwortlich für den Bereich Ausbildung. Umso erfreulicher ist es für ihn, dass sich durch dieses Engagement nun mehr junge Leute für eine Lehre im E-Handwerk begeistern konnten. Noch schöner findet er, dass sich so viele Frauen für das Fach beworben haben. Um das Elektrohandwerk weiterhin für Auszubildende an Attraktivität zu erhöhen, hat der ZVEH im Spätsommer 2019 die Neuordnung der Ausbildungsberufe beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie angestoßen. Geplant ist die Neuschaffung des Berufes „Elektroniker für Gebäudesystemintegration“.