Seit Neujahr ist in der Natur und auch im Siedlungsraum eine Entwicklung zu beobachten: Zäune, Stämme und Äste haben Algenbewuchs. Grund dafür ist die gute Luftqualität.

Vor wenigen Jahren noch verhasst, bahnen sich Algen ihren Weg zurück auf deutsche Äste, Bäume, Zäune und Fassaden. Insbesondere Hersteller von WDV-Systemen wurden vor einigen Jahren dafür verantwortlich gemacht, dass die Oberflächen immer grüner wurden. Doch der wahre Grund liegt in der Luft, die sich seit Jahren wieder verbessert hat. Denn das für Algen schädliche Schwefeloxid So2 verschwindet nach und nach aus der Umgebungsluft. Mit der Abschaltung der Kohlekraftwerke wird der nächste große Algenwachstumsschub erwartet. Vorher hat man für etwa ein Jahrhundert kaum grüne Dächer und Fassaden gesehen. Die mit der Industrialisierung einhergehende „Rauchplage“ verhinderte, dass Algen auf den Oberflächen wachsen konnten. An veralgte Fassaden, Straßenschilder und Gehwege müssen wir uns entweder langsam gewöhnen, oder sie regelmäßig und aufwendig von dem grünen Belag befreien. Die Hersteller von Dachpfannen bieten schon seit einiger Zeit Ziegel beziehungsweise Betondachsteine mit photokatalytischer Ausstattung an. Putzhersteller verfolgen ebenfalls ungiftige Strategien, setzen aber auch noch auf Biozide in einigen Produkten. Und auch, wenn wir Algen als lästig und unschön empfinden, letztendlich sind sie vor vielen Jahren dafür verantwortlich gewesen, dass Sauerstoff in die Atmosphäre gelangte, der die Entwicklung menschlichen Lebens erst ermöglichte.