Das nationale Zentrum „BIM Deutschland“ wurde offiziell eröffnet. Es dient als Kompetenzzentrum und soll einheitliche Vorgaben im Infrastruktur- und Hochbau erstellen.

Das nationale BIM-Kompetenzzentrum wurde am 29. Januar vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin eröffnet. Die selbsterklärte Aufgabe des Zentrums soll es sein, in Sachen digitaler Planungsmethoden (in Bezug auf das Building Information Modeling – BIM) zu beraten, zu schulen und die digitale Transformation zu normen. Die erarbeiteten Informationen, Standards und Produkte sollen offen zur Verfügung gestellt werden. Das Zentrum wird gemeinsam von den Bundesministerien für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beziehungsweise des Innern, für Bau und Heimat (BIM) betrieben. „Mit BIM Deutschland schaffen wir die Grundlagen, die Potenziale der Digitalisierung auszuschöpfen und Synergieeffekte zu nutzen“, sagte die Staatssekretärin des BMI, Anne Katrin Bohle: „Wir wollen im Bundesbau hier eine Vorreiterrolle einnehmen“. Mit „Open BIM“ und über das „BIM-Portal“ sollen alle erarbeiteten Produkte, offenen Standards und Konzepte, Informationen, Muster, Vorgaben und Werkzeuge sowohl dem öffentlichen Bau als auch „der gesamten Wertschöpfungskette Bau“ zur Verfügung gestellt werden, ergänzte die Staatssekretärin des BMVI, Tamara Zieschang.

BIM ab Dezember 2020 verpflichtend

Zumindest für Infrastrukturbauten wird das digitale Planungstool BIM Ende dieses Jahres verpflichtend. Die Bundesregierung hat das bereits im Koalitionsvertrag 2018 vereinbart: Künftig soll bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für den Bundesinfrastrukturbau und den infrastrukturbezogenen Hochbau stärker auf die Methode Building Information Modeling (BIM) gesetzt werden, um Kosten zu minimieren und Risiken zu reduzieren. Die Fraktionen CDU/CSU und SPD schreiben zudem, dass mit dem Einsatz der Methode BIM in der Planung, Ausführung und später bei der Bewirtschaftung leichter mit allen Beteiligten kommuniziert werden könne. Die FDP-Bundestagsfraktion geht noch weiter und möchte das Tool spätestens ab 2022 verpflichtend einführen, damit die Bundesregierung den für Infrastrukturbauten entwickelten Stufenplan „Digitales Planen und Bauen“ auf die Hochbauten des Bundes überträgt.