Vor allem in urbanen Räumen sind Einwohner im Sommer extremer Hitze ausgesetzt. US-Forscher arbeiten an einem tragbaren Pflaster, das dem Träger Abkühlung verschaffen soll.

Klimaanlagen sind groß, schwer und teuer. Sie mit sich herumzutragen und sich so abzukühlen ist also nicht möglich – zumindest bisher. Forscher an der Universität von Missouri sitzen an der Entwicklung eines kleinen Gerätes, das atmungsaktiv und wasserdicht ist und zudem völlig ohne eigene Energiequelle auskommt. Die Kühlung selbst funktioniere im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten passiv, erklärt Zheng Yan vom College of Engineering der Universität. Die Wärmestrahlung wird über die spezielle Oberfläche des Hightech-Pflasters einfach an die Umgebung abgegeben. „Unser Gerät kann Sonnenlicht vom Körper wegleiten und so die Wärmeaufnahme minimieren.“ Gleichzeitig begünstige es den Abbau von Körperwärme. Auf diese Weise sei es letztlich möglich, während normaler Tagesstunden einen deutlich spürbaren Kühleffekt von rund zwölf Grad Celsius zu erreichen, so der Wissenschaftler. Auch soll sich der Effekt irgendwann individuell auf den Träger abstimmen lassen können. Auch Blutdruck und Hautfeuchtigkeit kann die Miniklimaanlage überwachen.

Bis die tragbare Klimaanlage jedoch wirklich tragfähig wird, müssen noch einige Schritte getan werden. „Derzeit sieht unser Gerät noch wie ein Pflaster aus, das mit einem Kabel verbunden werden muss. Es wird ein bis zwei Jahre dauern, um eine weiterentwickelte kabellose Version zu bauen.“ Laut Yan könnte die Technologie eines Tages auch komplett in smarte Kleidungsstücke integriert werden. „Das hätte den Vorteil, dass sich der damit erzielbare Kühleffekt auf den gesamten Körper ausweiten lässt. Zum aktuellen Zeitpunkt tritt dieser nur in der spezifischen Region auf, wo sich das Pflaster befindet.“ Laut Medienmitteilung ist die Erfindung vor allem für Soldaten gedacht. Aber auch in Berufen, in denen man ständiger Hitze ausgeliefert ist, ist die Nutzung des Pflasters denkbar.