Nach einer Abstimmung ist nun klar: Der neue Mindestlohn für den Bau kommt. Dem haben die beteiligten Landesverbände der Bauindustrie und des Baugewerbes zugestimmt.

Ab dem 1. April 2020 erhöht sich der Mindestlohn 1 um 35 Cent auf 12,55 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um 2,9 Prozent. Der Mindestlohn 2 erhöht sich um 1,3 Prozent, also um 20 Cent auf 15,40 Euro. Und auch in Berlin gibt es mit dem Mindestlohn 2 bald 20 Cent mehr, nämlich 15,25 Euro, was ebenfalls einer Erhöhung um 1,3 Prozent entspricht. Dem haben nun neben den Landesverbänden des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) und des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) auch die Arbeitgeber die notwendige Zustimmung gegeben.

„Unser Ziel der Schaffung eines einheitlichen und leicht zu kontrollierenden Bau-Mindestlohns wurde nicht erreicht”, räumt HDB-Vizepräsidentin Jutta Beeke als Verhandlungsführerin der Arbeitgeber ein. „Der Vorschlag vermeidet aber eine längere Mindestlohn-Lücke.“ Und auch der alternierende Verhandlungsführer, ZDB-Vizepräsident Uwe Nostitz, hält es für kritisch, dass die Frage der zukünftigen Mindestlohn-Struktur nicht gelöst, sondern nur verschoben wurde. Die IG Bau freut sich wiederum, einen „Angriff auf das bisherige Mindestlohnsystem” abwehren und einen einheitlichen „Mindestlohn light“ auf niedrigem Niveau für den gesamten Bau in Deutschland verhindern zu können. „Das hätte zwangsläufig die Abschaffung vom Mindestlohn 2 – also die Demontage des unteren Lohnsockels für qualifizierte Bauarbeiter – im Westen und in Berlin bedeutet”, erklärte IG Bau-Chef Robert Feiger. „Damit hätten die Arbeitgeber das komplette Mindestlohnsystem auf dem Bau ins Wanken gebracht. Das ist mit dem Schlichterspruch jetzt vom Tisch.“ Nach Angaben der Gewerkschaften profitieren vom neuen Mindestlohn mehr als 200.000 der insgesamt 820.000 Baubeschäftigten. „Das Wichtigste ist, dass es auf dem Bau auch weiterhin zwei Branchen-Mindestlöhne und damit Lohnhaltelinien nach unten – insbesondere für fachliche Arbeiten – geben soll”, so Feiger. „Das hatte für uns oberste Priorität. Und das haben wir geschafft. Dazu noch einen Anstieg beider Mindestlöhne.“