In einer politischen Diskussion prüfte eine Arbeitsgruppe, ob die VOB/A mit der Unterschwellenvergabeverordnung und der Vergabeverordnung verschmelzen sollte.

Die Bauwirtschaft kann aufatmen: Die geplante Verschmelzung und somit auch die Aufgabe der VOB/A ist vom Tisch und wird nicht stattfinden. Die Vereinheitlichung war von der Großen Koalition eingesetzt worden, um eine Vorgabe aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen. Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil A (VOB/A) legt allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen fest und sind in der Tradition durch Auftraggeber- und Auftragnehmerverbände gemeinsam entwickelt worden. Sie werden als DIN-Norm 1960 herausgegeben. In Deutschland ist die VOB/A für Vergaben öffentlicher Bauaufträge und von Sektorenauftraggebern verpflichtend. Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) hatte sich gegen die Verschmelzung und Aufgabe der Regelung gewehrt und begrüßt nun den Fortbestand der VOB/A: „Damit bleibt das bewährte System erhalten, und die mittelständischen Baufirmen haben die notwendige Rechtssicherheit“, sagte BVMB-Geschäftsführer Dirk Stauf zu der Entwicklung. Ein ganzes Jahr hatte sich die Arbeitsgruppe mit der Struktur der Regelung auseinandergesetzt. „Uns war es insbesondere wichtig, dass die bauspezifischen Regelungen zur Eindeutigkeit der Leistungsbeschreibung in Paragraph 7 VOB/A, der Öffentlichkeit der Submission und der Einheitlichkeit der drei Teile A, B und C der VOB/A beibehalten werden“, so BVMB-Geschäftsführer Stauf. Das sei von erheblicher Bedeutung für die Bauwirtschaft. „Bei einer Vereinheitlichung mit der VgV/UVgO hätte die Gefahr bestanden, dass diese für den Baubereich sinnvollen Vorschriften entfallen oder auseinandergerissen werden.“ Damit wäre ein funktionierendes und gewohntes System allerdings unnötig zerpflückt worden, meint Stauf. Es soll nun allerdings weiter an einer inhaltlichen Angleichung einzelner Regelungen in der VOB/A und der VgV beziehungsweise UVgO gefeilt werden.