Das CE-Siegel dient dazu, EU-einheitlich technische Prüfstandards für Bauprodukte zu definieren. Deshalb sind Türen und Fenster ohne das Siegel auch nicht mangelhaft.

Diesen Entschluss fasste das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg in einem Urteil. Mehrere Hauseigentümer klagten gegen eine Tür- und Fensterbaufirma auf Zahlung von Schadensersatz. Sie behaupteten, die von dem Unternehmen eingebauten Fenster und Türen seien mangelhaft, da sie nicht das CE-Kennzeichen aufwiesen. Das OLG Oldenburg aber entschied: Allein wegen des Fehlens der CE-Kennzeichnung liegt bei den verbauten Teilen kein Mangel vor. So gewährleiste die Kennzeichnung nicht die Bauwerkssicherheit, sondern diene vor allem dazu, die technischen Anforderungen an Bauprodukte europäisch zu harmonisieren und dadurch den Handel mit Bauprodukten im Binnenmarkt zu erleichtern. So definiere die Kennzeichnung allein einheitliche Prüfstandards und biete keinerlei Gewähr dafür, dass das Bauprodukt den nationalen Sicherheitsanforderungen entspricht. Um nach deutschem Recht einwandfrei zu sei, müssen Bauprodukte den hier anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Einen wirklichen Mangel dahingegen stellt zum Beispiel ein nicht zugelassener Baustoff dar. Eine Leistung ist demnach bereits dann mangelhaft, wenn das verwendete Material keine bauaufsichtliche Zulassung hat.