In einem Pilotprojekt in Hameln hat sich die neue Art, Gebäude zu sanieren, bereits bewährt: Energiesprong nennt sich das Verfahren, von dem Wohnungsexperten begeistert sind.

Rund 150 Wohnungsexperten konnten im Rahmen des Pilotprojektes in Hameln miterleben, wie ein Mehrfamilienhaus aus den 30er Jahren mit insgesamt zwölf Wohnungen in Windeseile saniert wurde. Blitzschnell wurden an dem Haus in Hameln die ersten Fassadenelemente montiert, in nur wenigen Minuten war die Arbeit erledigt. „Wir testen hier die serielle Sanierung, weil wir die energetische Erneuerung mit günstigen Mieten zusammenbringen wollen“, erklärt Florian Schrage, Asset Manager der Arsago Gruppe. Die Fassadenelemente wurden binnen weniger Minuten in die richtige Position gebracht. Fenster, Dämmung, die Elektrik und die Lüftungskanäle sind bereits montiert, sodass das Ganze nur noch vor die alte Fassade gesetzt werden muss. Auf dem Dach wird dazu später eine Solaranlage installiert, die genug Energie für den gesamten Strom- und Wärmebedarf produzieren soll.

Eine große Chance für die Energiewende

Die Häuser aus dem Stadtteil „Kuckuck“, das als vermülltes Stadtteil von Hameln gilt, stammen zum Großteil aus den 30er Jahren und haben ein recht negatives Image. 2017 hatte die Arsago Gruppe die Gebäude verkauft, da die Leerstandsquote bei 80 Prozent lag. Mit der Zeit ist allerdings der Müll verschwunden und die Leerstandsquote sank auf 20 Prozent. Damit die Häuser allerdings auch langfristig für die Mieter interessant bleiben, mussten sie dringend energetisch saniert und optisch erneuert werden. Das Projekt hat deutlich gemacht, wie schnell und einfach das in Deutschland inzwischen gehen kann. Das Vorhaben wurde außerdem finanziell gefördert, was gegenüber herkömmlichen Sanierungsmethoden eine Kostenersparnis von 20 bis 30 Prozent möglich macht. Auch die Planungs- und Umsetzungszeiten können enorm verkürzt werden. Bei Ein- und Mehrfamilienhäusern mit einem hohen Energieverbrauch lohnt sich diese Methode am meisten. Schon jetzt planen die Wohnbaugesellschaften, mit der Energiesprong-Methode weitere 700 Wohnungen zu sanieren. Weitere Projekte sind in Köln, Bochum und Hessen geplant. Die Präsentation der Baustelle hat das Interesse bei vielen Besuchern geweckt.