Im Branchenvergleich liegt die Baubranche in Sachen Digitalisierung unter dem Durchschnitt. Knapp vier von zehn Baubetrieben haben immerhin Digitalisierungsansätze.

Im „Digitalisierungsindex Mittelstand“ der Telekom erreicht die Baubranche 52 von 100 Punkten. Das ist zwar ein Punkt mehr als in der Vorjahresstudie, trotzdem weniger als der Durchschnitt, der bei 56 Punkten liegt. Dabei hängt der digitale Fortschritt in den Bauunternehmen vor allem von der Unternehmensgröße ab. Aktuell haben im Durchschnitt bereits 37 Prozent der Unternehmen digitale Prozesse strategisch verankert, letztes Jahr lag diese Zahl erst bei 33 Prozent. Bei Bauunternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern sind es sogar 48 Prozent, was allerdings auch hier unter dem Durchschnitt von 51 Prozent liegt. Bei 30 Prozent der Bauunternehmen ist es hingegen heute schon möglich, online Dienste zu buchen. Weitere 28 Prozent der Betriebe möchten die Onlinebuchung bald ermöglichen. Das macht die Onlinebuchung zu einem vergleichsweise häufig genutzten Instrument der Digitalisierung. Auch eine professionelle Kundendatenbank mit den wichtigsten kundenbezogenen Daten nutzen insgesamt 30 Prozent der Bauunternehmen, was dieses Instrument ebenfalls zu einem häufig eingesetzten Instrument macht.

Online-Konfiguratoren selten genutzt

[/vc_row]

Vergleichsweise selten nutzen die Unternehmen hingegen sogenannte Online-Konfiguratoren, in denen Kunden von Anfang an verstärkt in Planungsprozesse einbezogen werden können. Nur 16 Prozent der Unternehmen benutzen ein solches Tool bereits, weitere 23 planen den zukünftigen Einsatz. Auch Virtual Reality steht eher am Ende der Liste mit den häufig genutzten Instrumenten der Digitalisierung. Es ermöglicht Kunden beziehungsweise den zukünftigen Bewohnern eines Bauprojektes bereits vor dem Bau, ihr neues Heim virtuell kennenzulernen. Nur zwölf Prozent der Bauunternehmen wenden dieses Instrument bereits an, 16 Prozent haben es noch vor. Erfreulich ist, dass fast alle Unternehmen eine positive Bilanz aus dem Einsatz digitalisierender Instrumente ziehen: Ganze 85 Prozent von ihnen konnten mit digitalen Produkten und Services die Kundenzufriedenheit erhöhen. 82 Prozent haben sich neue Märkte erschlossen und 77 Prozent behaupteten sich im Wettbewerb besser als zuvor. Durchgeführt wurde die Studie im Sommer 2019 von Techsoncult. Knapp 2.100 kleine und mittelständische Betriebe aus unterschiedlichen Branchen wurden für die Studie befragt.