Die Verfahren gegen Rost Metallkonstruktionen sind bisher mit verunreinigtem Feinstaub verbunden. Wassereisstrahlen bieten eine umweltfreundliche Alternative.

In einem Projekt des Unternehmens Jenpneumatik & Schlauchtechnik GmbH wird momentan das Reinigen von Brücken und Hochspannungsmasten mithilfe von Wassereisstrahlen untersucht und weiterentwickelt. Das bisher übliche Verfahren belastet Arbeiter und Umwelt unter anderem mit dreckigem Feinstaub und bedarf einer Alternative. Häufig genutzt werden Sand- oder Trockeneisstrahlverfahren. Die Sandstrahlen sind aus so festem Material, dass sie Verschmutzungen und alte Farbschichten wirksam abtragen. Dabei entstehen größere Mengen Feinstaub und Abfall. In vielen Arbeitsbereichen ist dieses Verfahren daher verboten. „Eine umweltfreundlichere, aber weniger leistungsfähige gängige Methode ist das Trockeneisstrahlen“, erklärt Dr. Jörg Lefèvre, DBU-Referatsleiter für Umwelt- und gesundheitsfreundliche Verfahren und Produkte. Beide Verfahren haben also Vorteile und Nachteile. „Eine weitere Möglichkeit ist das Reinigen mittels Eisstrahlen“, erklärt Projektleiter Hannes Nowak von Jenpneumatik & Schlauchtechnik. In diesem bisher ganz neuen Verfahren sollen die Vorteile des Sandstrahl- und Trockeneisverfahrens kombiniert und die Nachteile verringert werden. „Das Eis schmilzt beim Aufschlag und bindet den Staub. Das abgetragene Material kann so sachgerecht entsorgt, oder wiederverwertet werden und die Arbeitsplatzbelastung wird verringert.“ Das dabei verwendete Treibgas ist Stickstoff. Er entweiche bei der Reinigung in die Atmosphäre, wo er ohnehin mit 80 Prozent Hauptbestandteil der Luft sei.

Bald soll es erste Prototypen geben

Momentan ist die Technik noch nicht weitreichend einsetzbar. Vorher muss die Technologie bis zu einem funktionsfähigen stationären Prototyp weiterentwickelt werden. Später soll ein erster Prototyp für den mobilen Einsatz direkt auf Baustellen getestet werden. „Die wichtigsten Aspekte des Verfahrens sind die ökonomischen, gesundheitlichen und ökologischen Vorteile. Es muss auf allen drei Ebenen überzeugen, um eine nachhaltige Entwicklung in der Industrie zu gewährleisten“, so Projektleiter Nowak. Insgesamt erhofft man sich von der neuen Methode, dass Rost ab sofort umweltschonender und gesünder entfernt werden kann. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt fachlich und finanziell mit 450.000 Euro. Kooperationspartner sind das Unternehmen RS Korrosionsschutz und die Friedrich-Schiller-Universität Jena.