In Berlin-Lichtenberg ist die eingeschossige „Betonoase“ errichtet worden. Bestehend aus Infraleichtbeton wiegt es deutlich weniger als der konventionelle Baustoff.

Mit einer Rohdichte von unter 800 Kilogramm pro Kubikmeter exklusive Bewehrung wiegt Infraleichtbeton deutlich weniger als Normalbeton und dient zudem noch als Wärmedämmstoff. Das Gebäude, welches als Ersatzneubau für einen alten Jugendclub dient, erfüllt mit seinen 50 Zentimeter dicken, monolithischen Sichtbetonwänden also trotzdem den vollen, umfangreichen Passivhausstandard. Statt Schotter oder Kies werden für diese neuartige Sorte Beton leichtere Zuschläge wie Blähton oder Blähgas verwendet. Dadurch wird er porös und kann viel Luft einschließen. Damit verringert sich zwar die Festigkeit ein wenig, im Geschosswohnungsbau ist dies allerdings vertretbar: Es wird immer noch eine Druckfestigkeitsklasse von LC8/9 oder mehr erreicht. Das macht Infraleichtbeton stärker als eine Mauerwerkswand aus Porenbeton.

Nachhaltiger, warmer und weicher Beton

Im Vergleich zu mehrschichtigen Wandaufbauten mit vorgeklebter Wärmedämmung hat Infraleichtbeton als einzelner Werkstoff außerdem ein großes Nachhaltigkeitspotenzial. Zudem fühle er sich weich und warm an. Die von Gruber + Popp Architekten entworfene Betonoase wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Mike Schlaich vom Lehrstuhl für Massivbau der TU Berlin und dem Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner realisiert. Die Genehmigung für das Gebäude war etwas schwieriger als bei Gebäuden aus konventionellen Baustoffen. Die Verwendung von dem leichten Beton ist nämlich noch nicht durch entsprechende Normen definiert. Um einen dauerhaften Schutz gegen Korrosion in Folge von Karbonatisierung zu erreichen, wurde die Bewehrung der Betonoase außerdem feuerverzinkt. „Aufgrund der geringeren Dichte des neuartigen Betons im Vergleich zum Normalbeton ist nicht bekannt, wie tief das CO₂ der Luft in den Beton eindringen kann. Da dieser aber den Beton versäuert, bietet die Verzinkung einen sicheren Schutz der Bewehrung vor der Karbonatisierung“, erklären die beratenden Ingenieure Schlaich Bergermann Partner.