Solarstrom und Begrünung erzeugen „grünen“ Strom beziehungsweise Sauerstoff und sind somit gut für das Klima. Beides lässt sich auf Dächern gut miteinander kombinieren.

Sind auf Dächern bereits Photovoltaikanlagen installiert, lassen diese oftmals keinen Platz mehr für Dachbegrünung. Dabei können Pflanzen auf dem Dach viel bewirken. So können begrünte Dächer die oberen Stockwerke im Sommer kühler halten und die Luftqualität verbessern. Nun fanden Forscher heraus, dass eine gewisse Bepflanzung sogar die Stromproduktion nahegelegener Photovoltaikanlagen erhöhen kann. Ein Jahr lang haben Forschende der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW auf einem Flachdach einer Seniorenresidenz in Winterthur gemessen, wie viel Strom beidseitig aktive, senkrechte Solarmodule erzeugen. Denn: Werden die Solarmodule senkrecht auf einem Dach angebracht, bleibt auf dem Boden Platz für eine Dachbegrünung. Demnach produzieren die nach Osten und Westen orientierten Doppelmodule fast genau so viel Strom wie die nach Süden gerichteten Module. Ein Vorteil senkrechter Module ist außerdem, dass sie morgens und abends den meisten Strom liefern – also dann, wenn auch am meisten benötigt wird. Somit könnten Bewohner des Gebäudes den Strom mehr selbst nutzen als ihn ins Netz einzuspeisen. Zudem könnte der zu Randzeiten erzeugte Strom womöglich künftig teurer verkauft werden.

Pflanzen können Stromerzeugung steigern

Die Forscher fanden im Rahmen ihrer Beobachtung heraus, dass eine Bepflanzung mit den richtigen Pflanzen sogar bei der Stromproduktion helfen kann. So steigern sogenannte silberlaubige Pflanzen, die rund um die Solarzellen zum Einsatz kommen, den Stromertrag um bis zu 17 Prozent! Und auch, wenn im Winter Schnee auf dem Dach liegt, beeinträchtigt das nicht die Stromproduktion der Photovoltaikanlagen. Ganz im Gegenteil: Der Schnee unterstützt die Produktion durch die Reflektion der Sonneneinstrahlung, die vom den senkrechten Modulen ebenfalls eingefangen werden kann. Der einzige Nachteil der sich unterscheidenden Anordnung der Zellen ist, dass sich auf gleicher Fläche weniger Module aufbringen lassen, als wenn man die Zellen nach Süden gerichtet und im 30 Grad Neigungswinkel installiert. Der Gesamtertrag pro Dachfläche fällt somit geringer aus. Für die Forscher stand also nicht die Maximierung des Ertrags, sondern eine kombinierte Nutzung im Vordergrund.