Hans Peter Wollseifer bleibt drei weitere Jahre Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Er erhielt– wie schon vor drei Jahren – 97 Prozent der Stimmen.

Der 64-jährige Maler- und Lackierermeister freute sich nach seiner Wiederwahl in Wiesbaden sehr: „Ich bin stolz, dass mir so ein starkes Vertrauen entgegengebracht worden ist. Ich sehe das Ergebnis als Motivation für meine künftige Arbeit.“ Für die Vertreter der Kammern und Fachverbände ist Wollseifer der richtige Mann an der Spitze, um die Interessen des Handwerks in Berlin und Brüssel zu vertreten. Hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen in Berlin könnte die Arbeit für Wollseifer im politischen Sinne anstrengend werden. So bemängelte er zuletzt, dass die Politik dem Handwerk immer mehr Bürokratie aufbürdet. „Die Politik muss sich um die mittelständische Wirtschaft, um das Handwerk kümmern. Sie muss den kleinen und mittleren Unternehmen wieder Luft zum Atmen geben. Arbeit muss sich wieder lohnen“, machte Wollseifer seinem Ärger im November im Gespräch mit der Deutschen Handwerks Zeitung Luft (DHZ).

Wollseifer hat noch viele offene Aufgaben im Handwerk

In seinem Amt hat der Präsident bisher viel erreicht. So setzte sich der ZDH zuletzt erfolgreich dafür ein, dass Handwerker neben ihrem Meistertitel künftig die Berufsbezeichnung „Bachelor Professional“ führen können. Wollseifers Wunsch ist es, die Gleichsetzung der beruflichen und akademischen Bildung voranzutreiben. Ihm schwebt vor, dass das Berufsabitur ausgebaut und die Meisterfortbildung künftig großzügiger gefördert wird. „Ich möchte aber, dass der Staat einmal die kompletten Kosten der Meisterausbildung übernimmt. Mein Ziel ist es, die Wertschätzung für das Handwerk weiter zu erhöhen“, sagte Wollseifer im Gespräch mit der DHZ. Dahinter steckt die Idee, Hochschulreife und handwerkliche Ausbildung zu verbinden – und auf diese Weise neue Zielgruppen für eine Lehre zu gewinnen. „Diese Wertschätzung muss auch finanziell zum Ausdruck kommen. Die finanzielle Gleichbehandlung beruflicher und akademischer Bildung ist eine Frage von Fairness und Gerechtigkeit.“ Neben diesen Anliegen stehen dem Handwerk weitere Aufgaben bevor. Dazu gehören zum Beispiel Regelungen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz und die Versicherungspflicht für Selbstständige.