Lange diskutiert und auch kritisiert wurden die neuen Bezeichnungen für Abschlüsse in der Berufsbildung. „Bachelor Professional“ steht bald für den Handwerksmeister.

Der Bundesrat hat offiziell beschlossen: Absolventen einer Berufsbildung im Handwerk tragen ab Januar 2020 den Titel „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“. Der Vorschlag kommt aus den Reihen der CDU – so möchte Bildungsministerin Anja Karliczek mit den neuen Namen die Berufsbildung stärken. Vor allem aus Hochschulen hatte es darauf zuletzt großen Widerstand gegeben. Befürchtet werden daraus resultierende Verwechslungen mit akademischen Abschlüssen. „Die Entscheidung des Bundesrats nehme ich mit Besorgnis zur Kenntnis“, sagte Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, nach dem Bundesratsvotum. Bereits wenige Tage vorher hatte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung seine Sorgen geäußert: „In der Berufsbildung hat die Praxis das Übergewicht, in der Hochschulbildung die Theorie. Das ist kein Qualitätsunterschied, aber man darf es nicht verwischen. Und das würde mit einem ‚Bachelor Professional‘ passieren.“

Auch seitens der FDP kam dem beschlossenen Vorschlag Kritik entgegen. So betitelte der FDP-Bildungspolitiker Jens Brandenburg das Abstimmungsergebnis als „bedauerliches Einknicken der Bundesländer“. „Der Bundesrat hat die Chance vertan, die Fehlentscheidung akademischer Etiketten für die berufliche Bildung im Vermittlungsausschuss zu korrigieren“, sagte er. Karliczek dahingegen ist der Überzeugung, dass jeder, der Zweifel an der neuen Bezeichnung hat, auch Zweifel daran hätte, dass eine Meisterausbildung dem Bachelor gleichwertig ist. Der Hauptgrund für die Veränderung sei ja schließlich, dass die beiden Bildungsstände in ein bedeutsames Gleichgewicht gebracht werden.