Ein wachsender Ertragsdruck für Hersteller von Baumaterialien sowie die Digitalisierung der Wertschöpfungskette sind einige der Trends der Baubranche für das Jahr 2020.

Die sich klar herauskristallisierende Digitalisierung in der Wertschöpfungskette innerhalb der Baubranche gleicht fast einer Revolution. Denn die Rollen sämtlicher Akteure in der Branche werden dadurch verändert. Für Bauzulieferer zum Beispiel bietet die Digitalisierung die Möglichkeit einer direkteren und effizienteren Interaktion mit der Baustelle. Das macht die sogenannte „Just-in-Time-“ und die „Just-in-Sequence-Produktion“ möglich. Materialien werden so exakt zum Zeitpunkt produziert und geliefert, zu dem sie auch benötigt werden. Bekannt ist dieses System bereits aus der Automobilbranche. Der Trend bewegt sich dahin, wo diejenigen Akteure zukunftsfähig bleiben, die rechtzeitig und konsequent Antworten auf die digitalen Herausforderungen finden. Für den Branchenexperten Florian Kaiser  vom Beratungsunternehmen Dr. Wieselhuber & Partner ist Digitalisierung am Bau derjenige Trend, der mit der Impact-Stufe 10 den größten Effekt auf die Baubranche ausübt.

Absatz- und Ertragsdruck für Hersteller

Darüber hinaus prognostiziert Kaiser Probleme für den Absatz der herstellenden Bauzulieferer durch verzögerte Projekte, einen Mangel an Grundstücken und volle Auftragsbücher des Handwerks, die Bauprojekte noch zusätzlich ausbremsen können. Es fehlt die Zeit für die vertriebliche Beratung zum Einsatz neuer, anspruchsvoller Systeme der Hersteller. Aus diesem Zeitdruck resultieren geringe Margen, was die Hersteller unter Druck setzt. Dagegen helfen können laut Kaiser ein optimiertes Targeting, Effizienzsteigerung und Internationalisierung. Dem Trend zum Ertragsdruck weißt Kaiser die Impact-Stufe 9 von 10 zu. Mit einer 8 von 10 bewertet Kaiser außerdem zukunftsfähig konzipierte Datenmodelle. Sie ermöglichen einen effizienten Blick auf die Customer Journey der Zielgruppen. „Wer seine Zielgruppe und deren Customer Journey tatsächlich kennt und gestaltet, den Ressourceneinsatz zur Zielgruppenbearbeitung konsequent steuert und optimal allokiert, steigert seinen Markterfolg messbar und dauerhaft“, meint Kaiser. Zuletzt erhält auch die Modularisierung und Vorfertigung von Elementen für den Bau die Impact-Stufe 8 von 10. Sie kann bis zur Vorfertigung vollständiger Funktionseinheiten wie Bäder oder Zimmer reichen.