Die Politik plant Änderungen im Städtebaurecht. Experten machen sich Sorgen, was das für Städte und Gemeinden und die Arbeit von Städteplanern und Architekten bedeutet.

Zuletzt wurden Änderungen im Rahmen der „Düsseldorfer Erklärung“ im vergangenen Mai angekündigt. Grob zusammengefasst enthält sie eine Novellierung der Baunutzungsverordnung. Diese beinhaltet unter anderem die Abschaffung der Dichteobergrenzen und des zweiteiligen Lärmrechts sowie eine Überarbeitung der Nutzungskataloge. In dieser Novellierung sehen die Verfasser der „Düsseldorfer Erklärung“ eine Voraussetzung für schöne und lebensfähige Stadtquartiere. Etwa einen Monat später folgte das Widerspruchspapier „Gegen die Düsseldorfer Deregulierung“. In diesem setzen sich die Unterzeichner für ein Städtebaurecht ein, das im vorstädtischen und ländlichen Raum ebenso wie in der Stadt eine ausgewogene Siedlungsentwicklung sichert und sehen eine Freigabe der Dichteobergrenzen kritisch. Der Bayrische Bund Deutscher Architekten stellt in seinem Debattenmagazin BDAtalk folgende Frage: Behindert die derzeitige Baugesetzgebung zeitgemäße städtebauliche Qualität und das Entstehen lebendiger Quartiere? Bereits seit September werden Antworten in Form einer Umfrage gesammelt. Das Ergebnis: 69 Prozent der 16 Teilnehmer antworteten mit „Ja“, 19 mit „Nein“ und die restlichen 13 Prozent gaben als Antwort ein „Jein“. Insgesamt elf Fachleute, darunter Architektin und Stadtplanerin Sophie Wolfrum, der Dortmunder Architekturtheoretiker Wolfgang Sonne und Hamburgs ehemaliger Oberbaudirektor Jörn Walter haben sich auf der Seite mit ihren bestimmten Statements zum Thema geäußert. Damit reagieren sie auch auf eine veröffentlichte Argumentation des Frankfurter Architekten und Stadtplaners Christoph Mäckler, der die Düsseldorfer Erklärung mitinitiiert hat. Die BDA-Debatte läuft noch bis Ende November, die Teilnahme und Meinungsäußerung anderer Fachleute ist erwünscht.