Ein wertmäßiges Wachstum von 5,2 Prozent bei den Fassadenprodukten stimmt die deutsche Ziegelindustrie optimistisch. Probleme macht die rückläufige Zahl an Baugenehmigungen.

Im Bereich Wand wuchs die Produktion nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,6 Prozent. Insgesamt wurden in der ersten Hälfte von 2019 fast 2,8 Millionen Kubikmeter Hintermauerziegel produziert. Im Dachziegelbereich gab es dahingegen eine negative Bilanz: So beklagt die Branche hier einen leichten Produktionsrückgang von -0,7 Prozent. „Die Zahlen zeigen, dass die Ziegelindustrie ihre Position als bedeutender Akteur bei der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum behaupten kann“, kommentiert Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie, die Halbjahreszahlen. Ein großes Problem stellt dabei allerdings der Rückgang an Baugenehmigungen dar: „Wenn pro Jahr 400.000 neue Wohnungen entstehen sollen, reicht es nicht, wenn allein die Wirtschaft ihr Engagement erhöht“, stellt Herr Frederichs fest. So müsse die Politik Investitionshemmnisse und Überregulierungen abbauen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Laut einer Studie der TU Darmstadt könnten auf deutschen Dächern beispielsweise bis zu 1,5 Millionen neue Wohneinheiten entstehen. „Auch bei der Erreichung der Klimaziele kann die Ziegelindustrie einen wesentlichen Beitrag leisten. Allein durch die Erhöhung der Dachsanierungsquote von derzeit 1,3 auf 2 Prozent ließen sich 94 Millionen Tonnen CO₂ einsparen“, macht Frederichs deutlich. Eines hat die Politik aus Sicht der Ziegelindustrie allerdings bereits richtig gemacht. So würde die deutlich verbesserte Förderung der Gebäudesanierung im Klimapaket die richtigen Anreize setzen. „Jetzt sind die Bundesländer am Zug, um rasch eine unbürokratische Sanierungsförderung auf den Weg zu bringen“, so Frederichs.