Trotz vieler positiver Entwicklungen in den letzten Jahren gibt es einige aktuelle Probleme, die die Bautätigkeit behindern – zum Beispiel einen Auftragsmangel.

In den letzten Jahren wurden mehr als 150.000 neue Mitarbeiter in deutschen Bauunternehmen eingestellt. Doch: Es gibt längst nicht genug Projekte der öffentlichen Verwaltungen. Erstmals gibt es im Straßenbau überhaupt einen Rückgang der Auftragseingänge im August. Das behindert die Bautätigkeit, außerdem berücksichtigen die öffentlichen Budgets kaum die aktuellen Preissteigerungen, was die Lage zusätzlich bedrückt. Als Lösung fordern der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine Investitionsoffensive der öffentlichen Hand. Die Bauindustrie unterstützt diese Forderung, da nur so baupolitische Ziele erreicht werden könnten. So kommentiert Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Dieter Babiel, eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln). Die Studie zeigt: Bundesweit gibt es einen Investitionsbedarf von insgesamt 450 Milliarden Euro für die nächsten zehn Jahre. Laut Babiel reiche es nicht aus, Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen. Es müssten vielmehr auch baureife Projekte auf den Markt gebracht werden.

Zwar habe die Bauindustrie schon viele Maßnahmen ergriffen, auf Drängen der Politik insgesamt 150.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Die aktuelle Auftragslage der öffentlichen Verwaltung gebe aber längst nicht genug Projekte her. Im August dieses Jahres ist der Auftragseingang im Straßenbau gegenüber dem Vormonat erstmals um 18,8 Prozent gesunken. In einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wird außerdem die Meinung der Unternehmen deutlich, dass der Auftragsmangel sich zunehmend negativ auf die Bautätigkeit auswirke. Um die bestehenden Probleme zu lösen, müssten sich Politik, Öffentlichkeit und die Bauindustrie gemeinsam anstrengen. Zu nötigen Änderungen gehört, die Genehmigungsverfahren zu kürzen, die Kapazitäten für die öffentliche Planung weiter auszubauen und in der Öffentlichkeit um mehr Akzeptanz für Infrastrukturprojekte zu werben.