Auf dem Baukonjunktur-Meeting wurde dieses Jahr nicht nur die Konjunktur am Bau, sondern auch Themen wie die Frage zur Energiewende in Deutschland diskutiert.

In Hannover, Würzburg und Düsseldorf wurden Mitte September wesentliche Themen der Zukunft besprochen. Ob die Energiewende, der stagnierende Wohnungsbau bei den Mehrfamilienhäusern oder die Wohnwünsche der 50- bis 65-Jährigen: Die Aussichten für die Bauwirtschaft wurden aus vielen Winkeln beleuchtet. Die Heinze Marktforschung begrüßte auch in diesem Jahr wieder rund 120 Teilnehmer zu der Veranstaltung. Der Wohnungsbau war dabei das wesentliche Kernthema der Veranstaltung, denn hier waren die Zuwächse im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Bis zum Ende des Jahres 2019 rechnet man mit einem Zuwachs von fünf bis zehn Prozent. Eine Belebung im Eigenheimmarkt ist allerdings trotzdem nicht in Sicht, die 105.000 fertiggestellten Wohneinheiten bilden wohl vorerst den Höhepunkt. Zudem stiegen die Baukosten mit rund fünf Prozent erheblich an. Durch die zu späte Klärung von Rahmenbedingungen stagniert außerdem der Bau von Mehrfamilienhäusern, hier erwartet man in der zweiten Jahreshälfte durch den Nachholeffekt aber eine Stabilisierung.

Leidet die Bauwirtschaft unter der konjunkturellen Eintrübung?

Die gute Nachricht ist: im Vergleich zum Vorjahr sind die Auftragseingänge im Wirtschaftsbau um 13,7 Prozent gestiegen. Bis zum Ende des Jahres werden trotz konjunktureller Schwankungen immer noch zweistellige Werte erwartet. Die einzigen Abwärtstrends sind mit minus 3,2 Prozent bei den Genehmigungen industrieller Betriebsgebäude und mit einem kleinen Minus bei den Büro- und Verwaltungsgebäuden zu verzeichnen. Beim öffentlichen Bau konnte das Niveau der letzten zwei Jahre dahingegen gehalten werden. Aufgrund der negativen Beschäftigungsentwicklung erwartet man auch nächstes Jahr eine eher negative Entwicklung bei den Genehmigungen für Betriebs-, Büro- und Verwaltungsgebäude. Bis 2050 möchte Deutschland einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Das heißt, dass alle gebauten Gebäude mindestens so viel Energie wieder einsparen, wie sie gekostet haben. Um dieses Ziel in knapp 30 Jahren zu erreichen, braucht es laut Dr. Ralph Henger vom Institut der Deutschen Wirtschaft allerdings viele und aufwendige Sanierungen. Doch die energetische Sanierung ist ins Stocken geraten, was sich auf das selbst gesteckte Ziel und auf die Baukonjunktur negativ auswirken könnte. Damit das Klimaziel doch noch erreicht werden könnte, bedarf es eines politischen Umdenkens. Auch kam heraus, dass ein Großteil der befragten 50- bis 65-Jährigen mit 70 Jahren wegen besserer Infrastruktur in Richtung Stadt ziehen will. Doch auch ein Großteil der Befragten wünscht sich im Alter im regionalen Umfeld zu bleiben. Fast die Hälfte ist bereit, ihr Haus barrierefrei umzubauen, damit sie im Alter noch darin wohnen können.