Zwar sieht die Auftragslage in der Baubranche momentan noch gut aus, das wahre Problem liegt viel mehr am Personalmangel. Neue Geschäftsideen könnten Abhilfe schaffen.

Befindet sich der Bau momentan in einer Hochkonjunktur, so gibt es trotzdem eine Schattenseite: Es fehlen Fachkräfte. So liegt die Krise der Bauwirtschaft keineswegs an der Auftragslage. Aufgrund mangelndes Personal gibt es sogar zu viele Aufträge, sodass viele gar abgelehnt werden müssen. Es gibt also mehr Aufträge als Kapazitäten, fast spricht man sogar von einer Vollbeschäftigung im Baugewerbe. Zwar kann der Fachkräftemangel gewissermaßen durch Kräfte aus dem Ausland ausgeglichen werden, wobei die Fachkräfte aus Osteuropa ebenfalls stark nachgefragt sind und nur begrenzt zur Verfügung stehen. Neue Fachkräfte auszubilden ist keine kurzfristige Lösung, denn die Ausbildung dauert dafür zu lange. Auch die Produktivität in der Bauwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren kaum gesteigert. Andere Industriezweige setzen auf Prozessoptimierung und neue Geschäftsmodelle, während die Bauwirtschaft hingegen noch immer so baut wie vor 50 Jahren. Hier haben ein paar junge Startup-Firmen aber bereits großes Potential für Veränderung gefunden. In ihre Suche nach geeigneten Geschäftsideen hat die Bauwirtschaft viel Hoffnung. Leider haben die wenigsten dieser Jungunternehmer Kontakte zu den Handwerksbetrieben, Architekten und Bauunternehmen.

Startup-Messe soll das Problem lösen

Genau aus dem Grund der mangelnden Kontakte wurde letztes Jahr die Startup-Messe TECH IN CONSTRUCTION ins Leben gerufen. Sie wird dieses Jahr am 15. und 16. November in Berlin stattfinden und etwa 100 internationalen Startups die Gelegenheit bieten, sich vorzustellen. Gegliedert werden die Ideen in die Bereich Prozess, Support, Smart und Energie. Themen sind dabei zum Beispiel Building Information Modeling (BIM), Baustellendokumentation, Auftragsabwicklung, Baustellenlogistik, Leadgenerierung, E-Commerce, VR/AR, Smart Home, Smart Building und energieeffiziente Baustoffe. Initiiert und organisiert wurde die Veranstaltung vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und zahlreichen weiteren Bauverbänden. Es soll neben Lösungsmöglichkeiten für die kriselnde Bauwirtschaft vor allem um Austausch und Vernetzung gehen.