Das Verwaltungsgericht Dresden hat einem klagenden Schüler Recht gegeben, der gegen die Benotung von Sozialverhalten, Fleiß und Ordnung auf dem Zeugnis geklagt hatte.

Auf dem Jahreszeugnis der 9. und 10. Klasse Kopfnoten zu verteilen, hält das Verwaltungsgericht Dresden für rechtswidrig. Mit dem Zeugnis aus der 9. beziehungsweise 10. Klasse bewerben sich die Schüler um einen Ausbildungsplatz. In der Kopfnote werden die Schüler für Fähigkeiten wie Fleiß, Ordnung, Betragen und ihre Mitarbeit im Sozialverhalten benotet. Der klagende Schüler war der Auffassung, dass Kopfnoten seine Chancen bei der Berufswahl vermindern würden. In seiner Urteilsbegründung stand außerdem, dass im Sächsischen Schulgesetz an keiner Stelle überhaupt Kopfnoten erwähnt werden und somit gar nicht geregelt sind. Bei ihrem Urteil betonten die Richter allerdings, dass es in dem Rechtsstreit nicht zwingend um die Frage geht, ob in Sachsen überhaupt solche Noten verteilt werden dürfen, sondern eher darum, dass diese Regelung eigentlich im Sächsischen Schulgesetz auftauchen müsste. Vor allem dann, wenn die Schüler sich mit den betreffenden Zeugnissen um Ausbildungsplätze bewerben. Solche Regelungen gibt es bisher allerdings nirgendwo.

Handwerk versteht Urteil nicht

„Aus Sicht ausbildender Handwerksunternehmer ist dieses Urteil völlig unverständlich“, erklärt der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer. „Gerade Kopfnoten auf Zeugnissen, mit denen sich junge Leute um eine betriebliche Lehrstelle bewerben, sind für uns als Ausbilder doch – neben den regulären Schulnoten – ein erster Hinweis, inwiefern der Betreffende auch über soziale Kompetenzen verfügt.“ Sollte es also lediglich an einer ausdrücklichen Klarstellung im Landesschulgesetz fehlen, um derartige Schulzeugnisse weiterhin zu vergeben, fordert Ermer vom Gesetzgeber, zügig zu handeln. Gegen das Urteil will das Landesamt für Schule und Bildung nun einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen. „Wir wollen an der Einschätzung des Arbeits- und Sozialverhaltens festhalten“, so Kultusminister Christian Piwarz.