Eine aktuelle Studie ergibt: Im vergangenen Jahr ist der Verbrauch an Heizkosten erneut gestiegen. Für die Gebäudesanierung muss in der Politik daher noch einiges getan werden.

Seit bereits vier Jahren steigt der Raumwärmebedarf ständig an, die jährlichen Kosten fürs Heizen steigen mit. „Der seit 2015 steigende Verbrauch ist ein alarmierendes Signal – vor allem für den Klimaschutz“, resümiert Studienautorin Puja Singhal aufgrund ihrer neuen Studie „Wärmemonitor 2018” vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). So sei der Heizenergiebedarf pro Quadratmeter seit 2015 insgesamt um rund sechs Prozent gestiegen. Damit hat er das Niveau aus dem Jahr 2010 überschritten. Auch gibt es Unterschiede zwischen dem Heizverhalten im Westen und im Osten. Pro Quadratmeter lag der Energiebedarf im Westen um sieben Prozent höher als in den neuen Bundesländern, womit sich der Unterschied zwischen beiden Landesteilen weiter vergrößert hat. In Schleswig-Holstein war der Verbrauch am größten, in Rostock dahingegen am niedrigsten.

Im Osten werden mehr Gebäude saniert

Der Grund dafür, wieso im Osten weniger Heizkosten anfallen, ist simpel: In den Jahren nach der Wende wurden sehr viele Mehrfamilienhäuser im Osten energetisch saniert. So lag der Anteil der jährlich sanierten Gebäudehüllen zwischen 1992 und 2000 zwischen ein und vier Prozent. Im Westen dagegen ist er seit dem Jahr 1992 von nur 0,3 Prozent auf knapp ein Prozent gestiegen. „Um den Energiebedarf bei Wohngebäuden im Durchschnitt signifikant zu reduzieren, müsste die jährliche Rate deutlich über ein Prozent liegen”, fordert Co-Studienautor Jan Stede und erinnert an die deutlich höhere Rate in Ostdeutschland in den neunziger Jahren. „Die politischen Bemühungen und steuerlichen Anreize der vergangenen Jahre reichen offensichtlich nicht aus, um sie über diese Schwelle zu hieven.” Die Preise für Öl und Gas sind zwar in den vergangenen Jahren stetig gefallen, seit 2018 stagnieren allerdings die Heizenergiekosten. Wurde Heizöl teurer, mussten die Haushalte dafür weniger für Gas ausgeben. Laut Prognose sollen die Ölpreise jedoch weiter ansteigen. Das kann sich durchaus positiv auf das Heizverhalten auswirken, da die Haushalte weniger heizen. Denn das Heizen ist mitverantwortlich für den Treibhauseffekt. Auch mit entsprechenden Gebäudesanierungen kann der Raumwärmebedarf gesenkt werden, dazu müssten von der Politik allerdings höhere Anreize gesetzt werden.