Die Betreiber der großen Stromnetze gaben bekannt: Im kommenden Jahr wird die Ökostromzulage um 5,5 Prozent steigen. Das treibt den Strompreis in die Höhe.

Die Höhe der EEG-Umlage wird für das kommende Jahr von aktuell 6,405 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 6,756 Cent pro kWh steigen, was einem Anstieg von 5,5 Prozent entspricht. Das gaben jetzt die Übertragungsnetzbetreiber bekannt. In den letzten Jahren ist die Umlage zwei Mal in Folge gesunken. „Über eine steigende EEG-Umlage kann sich ein Wirtschaftsminister nicht freuen. Trotz dieses Anstiegs ist es aber so, dass wir seit nunmehr sechs Jahren eine stabile Entwicklung haben“, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Die Reformen, die wir in den letzten Jahren umgesetzt haben, machen den Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich günstiger Es sei aber auch so, dass wir einen Kostenrucksack aus den ersten Jahren mit uns herumtragen.“ Dabei wünscht sich der Minister vor allem, dass die Strompreise bezahlbar bleiben. „Deshalb haben wir im Zuge der jüngsten Beschlüsse zur Klimapolitik eine schrittweise Senkung der EEG-Umlage ab 2021 beschlossen. Damit entlasten wir die Strompreise sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die kleinen und mittleren Unternehmen.“

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW sagen für das kommende Jahr eine Zunahme von Strom aus regenerativen Anlagen um etwa 8,6 Terawattstunden (TWh) voraus, was einer Fördersumme von 26,2 Milliarden Euro entspricht. Zieht man die prognostizierten Börsenerlöse (1,4 Prozent) davon ab, ergebe sich für 2020 eine Deckungslücke von etwa 24,2 Milliarden Euro. Das alles entspreche einer Kernumlage für 2020 von etwa 6,9 Cent je kWh. Auch der Stand des EEG-Kontos sowie die sogenannte Liquiditätsreserve fließen in diese Berechnung mit ein. Zwar war das EEG-Konto Ende September 2019 mit 2,2 Milliarden Euro im Plus, da der Kontostand aber rund 40 Prozent niedriger war als Ende September 2018, führe dies zu einem Anstieg der EEG-Umlage für das Jahr 2020.