Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat seine neue Strategie für den Mittelstand vorgestellt. Digitalisierung und der Abbau unnötiger Bürokratie stehen oben auf der Liste.

„Wir brauchen jetzt Wachstumspolitik für einen starken Mittelstand. Das gilt umso mehr in Zeiten einer langsamer wachsenden Wirtschaft“, untermalt Altmaier seine Mittelstandsstrategie, deren Eckpunkte bereits seit einigen Wochen bekannt sind. So sei Wertschätzung, Stärkung, Entlastung der Dreiklang, mit dem er mit seiner Strategie die politischen Rahmenbedingungen für den Mittelstand neu aufstellen möchte. Einer der größten Schwerpunkte des Plans ist der Abbau der bürokratischen Lasten. „Wir müssen den Unternehmen mehr Luft zum Atmen geben. Deshalb setze ich mich für eine Unternehmenssteuerreform ein, die eine maximale Unternehmenssteuerbelastung von 25 Prozent für einbehaltene Gewinne beinhaltet“, so Altmaier. Zwar gibt es bereits das Bürokratieabbaugesetz 3, laut Altmaier ist die Arbeit mit diesem ersten Schritt allerdings noch längst nicht getan. Das Handwerk hatte das Paket zuvor als „mutlos“ bezeichnet. „Wir brauchen weitere Entlastungen beim Thema Aufbewahrungsfristen und eine stärkere Flexibilisierung des Arbeitsmarkts“, sagte der Minister. Im Zentrum der Strategie steht die Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Dazu gehören neben der umfassenden Unternehmenssteuerreform Sozialabgaben, Flexibilisierungen in der Arbeitsmarktpolitik und der Abbau unnötiger Bürokratie. Und auch Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und die Förderung von Digitalisierung und Innovationen sind geplant.

Das Dokument mit allen Eckpunkten steht auf www.champions-von-hier.de kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung.

Handwerk sieht in Strategie große Fortschritte

Die Mittelstandsstrategie greife die spezifischen Belange und Anforderungen von Handwerk und Mittelstand zielführend auf, kommentiert Hans Peter Wollseifer. „Wir begrüßen sehr, dass in der nun vorgelegten Strategie noch über die Eckpunkte hinausgehende weitere Aspekte berücksichtigt werden, die dem Handwerk und Mittelstand wichtig sind wie etwa die Anhebung der Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter von 800 Euro auf 1000 Euro sowie die Anhebung der Ist-Versteuerungsgrenze von 500.000 Euro auf 600.000 Euro“, betont der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Die Verkürzung der Aufbewahrungsfrist und die Beschränkung sachgrundloser Befristungen seien richtige Schritte. Die Vorschläge für die dringend notwendige Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes sowie für eine schnelle verwaltungstechnische Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes sind weitere wichtige Bestandteile dieser zielführenden Mittelstandsstrategie.“ Laut Wollseifer müssten die vorgeschlagenen Maßnahmen nun „zügig angepackt und umgesetzt werden“.