Abfallprodukte aufzubereiten, wird immer wichtiger. So kann die bei der Produktion von Stahl entstandene Schlacke zum Beispiel im Straßenbau wiederverwendet werden.

Nachhaltigkeit spielt auch in der Industrie eine immer größere Rolle. Gerade im Bausektor fällt so viel Müll an wie in keinem anderen Bereich. Und diesen Müll zu entsorgen, wird immer schwieriger. Umso wichtiger ist die Entwicklung neuer Strategien, wie man anfallenden Müll in ein Kreislaufsystem bringen und wiederverwerten kann. Das Hamburger Unternehmen HRV packt im Sektor der Stahlherstellung an und vertreibt gemeinsam mit der Firma Storimpex wiederaufbereitete Wertstoffe aus der Stahlherstellung für den Straßenbau. Denn bei der Produktion von Stahl entsteht viel Schlacke. Aus dieser lassen sich zur Wiederverwertung Vorprodukte für den Straßenbau herstellen. So auch die Schlacke aus dem Lichtbogenofen des Hamburger Werkes von ArcelorMittal. Sie weist die passenden physikalischen und technischen Eigenschaften auf, die im Straßenbau besonders für hohe Belastungen benötigt werden. Bei der Produktion des Vorproduktes für den Asphalt wird die Schlacke aufgebrochen und zu Splitt und Schotter verarbeitet.

Vielseitig einsetzbar

Storimplex liefert beispielsweise Material für die Start- und Landebahnen von Flughäfen und auch für Autobahnen wie zum Beispiel die A7. Kunden wie Eurogate Hamburg oder der Umschlaghafen im Hamburger Hafen waren von der Qualität des Materials überzeugt: Auch ihre Flächen bestehen aus dem Material und halten seit über zehn Jahren. Für die Logistikflächen im Hamburger Hafen, die einer hohen Belastung ausgesetzt sind, spielt das Material eine wichtige Rolle: „Die Container, die hier auf Lkw verladen werden, wiegen 25 Tonnen – pro Container, versteht sich. Auf einer Logistikfläche steht aber nicht nur ein Lkw. Da stehen Dutzende“, erläutert Storimpex-Geschäftsführer Ulf Schaller. In einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern beliefert Storimplex Asphaltmischwerke mit der Schlacke. Für jedes Kilogramm Stein, das aus Schlacke gewonnen wird, braucht man einen Kilo weniger Naturstein. Diese Nachhaltigkeit ist also gleichermaßen ressourcenschonend als auch umwelt- und landschaftsschützend. Damit die Qualität kontinuierlich passt, wird sie ständig von der asphaltlabor GmbH & Co. KG überprüft. Denn für die Qualität einer Straße ist der gesamte Straßenoberbau entscheidend – und der beginnt bei den sogenannten ungebundenen Schichten, also den Schichten unter dem Asphalt, die für die Tragfähigkeit entscheidend sind und geht hin bis zu der obersten Schicht, der Asphaltdeckschicht. Momentan befinden sich Produkte aus Schlacke in der Testphase, die weiterführend auch für offenporigen Asphalt (OPA) geeignet sein könnten. Dieser Asphalt wird besonders dort eingesetzt, wo Lärm vermieden werden soll. Auch Straßen aus recyceltem Plastik könnten schon bald zur Realität werden. Hierzu laufen ebenfalls bereits mehrere Tests zum Beispiel in den Niederlanden.