Nach einem Jahr Amtszeit wurde für Vorstandschef Guido Kerkhoff ein Führungswechsel bei Thyssenkrupp angekündigt. Die Nachfolgerin soll für höchstens zwölf Monate übernehmen.

Das Ablegen des Amtes von Kerkhoff war offenbar nicht seine eigene Idee. So habe der Personalausschuss des Aufsichtsrats dem Rat empfohlen, mit Kerkhoff „Verhandlungen über eine zeitnahe Beendigung seines Vorstandsmandates aufzunehmen“, teilte das Unternehmen mit. Nach nur etwas mehr als einem Jahr Amtszeit kündigte das Traditionsunternehmen somit einen Führungswechsel an. Für eine maximale Dauer von zwölf Monaten soll Aufsichtsratschefin Martina Merz dann als Vorsitzende im Vorstand übernehmen. Der Grund für Kerkhoffs Beendigung des Amtes liege in unterschiedlichen strategischen Vorstellungen. Seit Mitte Juli 2018 ist er an der Spitze des Industriekonzerns, eigentlich sollte sein Vertrag erst im September 2023 enden. Nach dem turbulenten Abgang des früheren Vorstandsvorsitzenden sollte die Lage des Unternehmens mit Kerkhoff wieder stabilisiert werden. Das Präsidium des Aufsichtsrats empfahl außerdem, nach der Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Martina Merz, Siegfried Russwurm vorübergehend zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu wählen. Dazu werde zeitnah in einer außerordentlichen Sitzung beraten. Wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses musste der Essener Industrie- und Stahlkonzern vor wenigen Wochen den Dax verlassen. Seitdem zählt Thyssenkrupp nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen Deutschlands. Ersetzt wurde der Traditionskonzern in dem Leitindex durch den Triebwerksbauer MTU.