Ganze 103 Kilometer lang soll der Tunnel unter dem Meer werden, der die Städte Tallinn und Helsinki verbinden soll. Das und mehr plant Angry-Birds-Macher Peter Vesterbacka.

Peter Vesterbacka hat das Spiel zur Weltmarke gemacht: Angry Birds ist mittlerweile jedem ein Begriff. Jahrelang schon ist er nun auf sämtlichen Kongressen auf der Suche nach Unternehmern mit ausgefallenen Ideen. Auf dieser Suche scheint er endlich fündig geworden zu sein: Er will einen Tunnel unter dem finnischen Meerbusen bohren lassen, der insgesamt 103 Kilometer lang ist und die beiden Hauptstädte Tallinn und Helsinki miteinander verbindet. Diese Länge macht den Tunnel zum größten Tunnel der Welt. Aus dem Schutt, den die Arbeiter aus der Röhre holen, soll außerdem eine künstliche Insel entstehen. Auf dieser Insel soll später Platz für 50.000 Menschen sein. Bisher hat der Finne allerdings noch keine einzige Zusage von den beteiligten Institutionen, Zugtickets für eine Tunneldurchfahrt kann man allerdings trotzdem schon kaufen. Sie sollen ab Dezember 2024 möglich sein. Erinnert man sich an das Projekt Eurotunnel unter dem Ärmelkanal zurück, denkt man an enorme Planungsschwierigkeiten. So brauchte man nach dem Abschluss der Vorbereitungen trotzdem noch sieben Jahre Bauzeit. Und dabei ist dieser Tunnel mit 50 Kilometern nur etwa halb so lang wie das neue Bauvorhaben. „Wir haben uns andere Projekte angeschaut, um aus ihren Fehlern zu lernen“, sagt Vesterbacka dem SPIEGEL.

Man spart über eine Stunde

Dass ein Tunnel sinnvoll wäre, zeigt die Zeit, die man auf einer Fahrt von Helsinki nach Tallinn sparen würde. So braucht man mit dem Schiff bisher eineinhalb Stunden, der Zug soll nur 25 Minuten brauchen. Es gibt auch eine staatliche Machbarkeitsstudie, die einen Tunnel befürwortet. Sie sieht die Fertigstellung des Tunnels allerdings für 2040 vor. Zuständige Politiker waren sich auf einem Treffen Ende 2018 einig, dass ein Tunnelprojekt „sorgfältig geplant“ werden muss. Eine Fertigstellung in fünf Jahren ist für sie demnach unrealistisch. Laut der Machbarkeitsstudie ist es nötig, dass das Projekt zu 40 Prozent von der EU finanziert wird. In solchen Projekten ist oft die Unterstützung durch EU-Gelder nötig. Oft ist das kein Problem, wenn es darum geht, die Verbindung zwischen den Mitgliedsstaaten zu stärken. Bisher gab es allerdings noch keinerlei Zusage finanzieller Mittel für das Bauvorhaben.