Für Fans des Buildering – einer Mischung aus Klettern und Bouldern an ausgewählten Gebäuden – wird es vielleicht schon bald Gebäude mit extra angepassten Fassaden geben.

Bouldern kann man mittlerweile fast überall im städtischen Gebiet. Besonders ist allerdings die Verbindung mit öffentlichen Bauwerken, das sogenannte „Buildering“ oder auch „Urban Climbing“. Die Sportler nutzen dabei die vielseitigen Fassaden der Gebäude zum Beklettern. Tim Jacobs, Builderer und Betreiber der Website buildering-spots.de, erläutert die Sportart gegenüber baublatt.ch: Buildering biete einen besonderen Reiz für Sportler, die ihr Hobby bis jetzt eher in Hallen ausgeübt haben. Im Gegensatz zum Klettern in Hallen sind die Kletterer beim Urban Climbing frei in der Art und Weise, wie sie Hindernisse überwinden. Die Suche nach geeigneten Orten und Gebäuden für diese Sportart ist allerdings nicht immer so einfach.

Projekt: Kletterfassaden

In seinem neuen Projekt verfolgt Tim Jacobs das Ziel, angepasste Kletterfassaden für die außergewöhnlichen Sportler zu entwickeln. Die geplanten Gebäude sollen mit Wänden verkleidet und mit kletterbaren Strukturen versehen werden. „Die Fassaden sollen sportlich nutzbar sein“, erklärt Jacobs. Dabei werden sie aber mit einem individuellen Design versehen, sodass sie auch für Nichtsportler ansprechend sind.

Die Fassaden werden mit Strukturen wie Klettergriffen oder in Naturstein-Optik gestaltet. „Je nach Standort sind auch Strukturen aus Holz realisierbar“, erläutert Jacobs. Die dafür verwendeten Materialien seien genau so robust wie die Gebäude selbst, was eine häufigere Wartung als einmal im Jahr überflüssig macht. Mindestens zehn Jahre sollen die Strukturen dann problemlos bekletterbar sein. Der Plan ist, die individuellen Fassaden direkt in die Planung von Neubauten gemeinsam mit Bauherr und Architekt zu integrieren. Aber auch bereits bestehende Gebäudewände können noch mit solchen Strukturen bebaut werden. „Hierbei ist aber eine tragende Wand als Verankerungsmöglichkeit nötig.“ Potenzial sieht der Builderer auch in enger besiedelten Innenstädten, um den begrenzten Platz voll auszuschöpfen und so beispielsweise neue vertikale Spielplätze zu schaffen.