Nachdem der bereits kriselnde Industriekonzern aus dem Dax absteigt, prüft er nun einen Verkauf seiner Aufzugssparte Elevator. Der Interessent soll drei Bedingungen erfüllen.

„Wir haben einen strukturierten Prozess für die Bewertung von Angeboten von strategischen Investoren und Finanzinvestoren eingeleitet“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens zum möglichen Verkauf der Aufzugssparte. So möchte man sicherstellen, dass für Thyssenkrupp und seine Stakeholder die beste Entscheidung getroffen wird. Momentan stammt mehr als die Hälfte des Gewinns von Thyssenkrupp aus dem Geschäftsbereich der Aufzüge. Elevator gilt somit als Ertragsperle des Konzerns, Experten schätzen den Wert auf rund 15 Milliarden Euro.

Dass die EU-Kommission die geplante Ausgliederung der Stahlsparte Steel Europe in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Konkurrenten Tata Steel Europe allerdings untersagt hatte, fordert von Vorstandschef Guido Kerkhoff und dem Management eine Umstrukturierung der Zukunftspläne. Ursprünglich sollte das volatile Stahlgeschäft nämlich abgegeben und Elevator als Fundament genutzt werden – momentan geht die Entwicklung scheinbar aber in genau die umgekehrte Richtung. Zu den Bedingungen für die potenziellen Käufer gehören neben der passenden Höhe des Angebots auch, dass ein Verbot durch die Wettbewerbshüter ausgeschlossen ist. Außerdem muss das Geld möglichst schnell fließen, damit andere Geschäftsbereiche damit weiterentwickelt werden können. Mögliche Interessenten sind momentan unter anderem die europäischen Konkurrenten Kone und Schindler, asiatische Wettbewerber wie Mitsubishi Electric und Hitachi, aber auch Finanzinvestoren wie CVG und KKR. Die ersten Angebote sollen im Herbst kommen, dann muss sich Kerkhoff zwischen Verkauf, Börsengang, Teilverkauf oder Fusion entscheiden. „Alles ist möglich“, heißt es bei Thyssenkrupp. „Wenn es so weit ist, werden die Optionen gegeneinander abgewägt.“