Die etwa eine Millionen Handwerksbetriebe in Deutschland sind zu einer Mitgliedschaft in einer der 53 Handwerkskammern verpflichtet. Doch wie zufrieden sind sie dort eigentlich?

Mit dieser Frage hat sich die Handwerks-App Craftnote beschäftigt. Die Entwickler befragten etwa 3.900 Chefs, wie zufrieden sie mit ihrer verpflichtenden Mitgliedschaft in der Handwerkskammer sind. Craftnote-Entwickler Gleb Christoffel kommt zu dem Fazit, dass eine Zusammenarbeit viel Potenzial hat, obwohl bereits eine grundsätzliche Zufriedenheit vorherrscht. So waren lediglich 6,6 Prozent der Umfrage-Teilnehmer unzufrieden mit ihren Handwerkskammern. Bei über 50 Prozent findet die Handwerkskammer positiven Anklang, die restlichen 42 Prozent haben eine neutrale Meinung. Die Frage, ob sie ihre Mitgliedschaft kündigen würden, wenn sie könnten, beantworteten sogar 77 Prozent der Handwerksbetriebe aus verschiedenen Gewerken mit einem Nein.

Kaum Interesse an Angeboten der Kammern

Obwohl grundsätzlich eine positive Stimmung gegenüber den Handwerkskammern besteht, stellte sich mit der Umfrage heraus, dass über die Hälfte der befragten Handwerker noch nie Kontakt zu ihrer Kammer hatte. Ganze 62 Prozent sagten zudem, dass sie gar kein Interesse an den aktuellen Angeboten ihrer Kammern hätten. Etwa 82 Prozent derjenigen, die solche Angebote aber schon in Anspruch genommen haben, waren damit sehr zufrieden. Die Frage danach, was sich die Chefs der Handwerksbetriebe zusätzlich noch wünschen würden, konnten sie klar beantworten. So wünschen sich die meisten mehr Transparenz von den Kammern. In diesem Zusammenhang war vor allem von der Offenlegung der Finanzen der Kammern die Rede. Auch engerer Kontakt zwischen der Handwerkskammer und dem Betrieb war ein Wunsch, der häufig aufkam. „Unsere Umfrage zeigt, dass das Angebot der Handwerkskammern im Handwerk gut ankommt, aber nicht alle Handwerker erreicht“, fasst Craftnote-Entwickler Christoffel das Ergebnis zusammen. „Wir sehen hier viel Potenzial für eine vielversprechende Zusammenarbeit.“