Der Abrieb von Kunstrasen birgt viele, vor allem gesundheitliche Nachteile durch verbreitetes Mikroplastik. Der alternative Einsatz von Kork kann eine Lösung dafür sein.

Als sinnvolle Alternative zu den elastischen Gummi- beziehungsweise Kunststoff-Granulaten verweist der Deutsche Kork-Verband auf Granulate aus der Rinde der portugiesischen Korkeiche. Denn: Kunstrasen soll die drittgrößte Quelle von Mikropartikeln aus Gummi beziehungsweise Kunststoffen in Deutschland sein. Und spätestens mit dem von der EU angekündigten Verbot von Mikroplastik 2021 müssen sinnvolle Alternativen zu den Partikeln gefunden werden. Etwa 11.000 Tonnen der Partikel sollen durch den Abrieb und Verwehung vom Kunstrasen in die Umwelt gelangen. Um nicht letztlich alle Kunstrasenplätze zu schließen und trotzdem noch neue Plätze bauen zu können, muss also eine Lösung her. Naturrasen bietet sich zwar auch als eine gute Basis für einen Sportplatz an, lässt sich jedoch längst nicht so intensiv und auch nicht ganzjährig nutzen. Der Pflegeaufwand und die Kosten sind außerdem erheblich höher als bei dem Rasen aus Kunststoff.

Woher kommt das Korkgranulat?

Alle neun bis zwölf Jahre wird die Rinde der Korkeiche in Portugal geerntet. Der Prozess unterliegt strengen gesetzlichen Auflagen und die Ernte erfolgt von zumeist selbstständigen Korkbauern. Die Bewirtschaftung der Montados, wie die Korkeichenwälder Portugals genannt werden, hat nicht nur eine hohe wirtschaftliche Relevanz, sondern stabilisiert auch den auf der iberischen Halbinsel stets gefährdeten Grundwasserspiegel und beugt der Versteppung von Europas Westen vor. Aus der geernteten Rinde entstehen später industriell gefertigte Korkgranulate. Sie werden schon seit langem für Bodenbeläge, Flaschenverschlüsse, Dämmstoffe oder Schuhsohlen genutzt. Das Korkmaterial bietet gegenüber dem Gummigranulat viele Vorteile. So ist das Rohmaterial nachhaltig verfügbar und die Eigenschaften sind im Prinzip gleichwertig zu den bisherigen Lösungen auf Basis von Gummi oder Erdöl-Derivaten. Auch gehört Kork zu den resistentesten organischen Materialien und altert praktisch genau so wenig. Der Kork der Korkeiche enthält außerdem Suberin – eine Substanz, die für Wasser- und Gasdichtheit sorgt. Das verhindert nicht nur das Durchdringen von Wasser, sondern auch die Ausbreitung von Schimmel, was auf dem Sportplatz eine wichtige Eigenschaft sein kann.