Gabionen nennen sich die zumeist mit Bruchsteinen befüllten Drahtbehälter. Für diese Steinwände gab es bisher kein eindeutiges Regelwerk. Ein neues Gütezeichen ändert das.

Bis zu 60 Jahre alt können die besonderen Wände werden – aber nur, sofern sie fachgerecht geplant, hergestellt und verbaut werden. Wegen fehlender Regelwerke und Richtlinien gestalteten sich Ausschreibungen rund um Gabionen bisher schwer. Auch die technischen Aspekte wurden oft unterschiedlich bewertet, insbesondere bei auftretenden Problemen. Diese Lücke soll das neue RAL Gütezeichen „Gabionen“ nun schließen. Das Gütezeichen regelt die Qualität und die regelmäßige Überprüfung von Planung und Herstellung der Steinwände. Am wichtigsten sind dabei die hohen Anforderungen an die Bau- und Tragwerksplanung, die Herstellung der Baustoffe aus Metall und Kunststoff sowie an Fertigstellung, Abnahme, Gewährleistung und Garantien. So gibt das neue RAL Zeichen beispielsweise die Dicke der Tragschicht und die Breite des Fundaments vor. Es sieht nicht die Befüllung mit Gleisschotter oder industriell hergestellten Nebenprodukten vor und empfiehlt gar den Verzicht auf Bestandteile, die quellen, zerfallen oder sich lösen können und so die Lebensdauer der Gabionen verringern.

Die Errichtung von Gabionen hat im Vergleich zu anderen möglichen Abtrennungen vor allem den Vorteil, dass sie über eine günstige CO2-Bilanz verfügen und nicht nur als natürliche Eingrenzung im Garten- und Landschaftsbau zum Einsatz kommen, sondern auch einen hervorragenden Lärm- und Sichtschutz leisten können. Darüber hinaus dienen sie als Stützkonstruktionen der Hangsicherung und fangen zum Beispiel im Straßen- und Bahnbau Geländesprünge ab. Auch der gute Erosionsschutz im Bereich des Wasserbaus ist eine wichtige Eigenschaft von Gabionen.