Bei der siebten Startupnight in Berlin Anfang September war erstmals auch das Handwerk als Veranstalter anwesend. Der Fokus lag auf der Digitalisierung im Handwerk.

Rund 4.000 Besucher und insgesamt 250 Startups haben Anfang September an der Startupnight in Berlin teilgenommen. Zum ersten Mal war auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) einer der fünf Mitveranstalter. So war unter den insgesamt fünf Standorten auch das Haus des Handwerks vertreten. „Ich bin überzeugt: Digitale Startups und traditionelle Handwerksbetriebe können in vielen Bereichen voneinander profitieren“, erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke zur Begrüßung. Ein zentrales Anliegen des Abends sei es, branchenübergreifend den Austausch voranzutreiben und die Potenziale nutzbar zu machen. „Denn eine gute Zusammenarbeit eröffnet die Möglichkeit, mit neuen Angeboten neue Kundengruppen und neue Märkte zu erschließen“, so Schwannecke. Im Haus des Deutschen Handwerks wurden insgesamt 35 Startups mit hauptsächlich digitalen Geschäftsmodellen präsentiert. Neue Fortbewegungs- und Transportmöglichkeiten und digitale Ausbildungsmöglichkeiten sind nur ein kleiner Teil der Ideen, die an diesem Abend vorgestellt wurden. Das Ziel der vorgestellten Modelle und Ideen lag vor allem darin, die Arbeit im Handwerk zu erleichtern. Ferner kündigte das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk den Aufbau einer Dialog- und Matchmaking-Plattform an, die den Austausch zwischen Startups und Handwerksbetrieben weiter fördern soll. Eine Jury kürte zum Schluss die Gewinner im Wettbewerb um die besten Geschäftsideen. Die Startups LokalesHandwerk (Essen), Meisterwerk, citkar und ono (jeweils Berlin) qualifizierten sich dabei am Ende für einen Messeauftritt auf der internationalen Handwerksmesse IHM 2020 in München.

Mehr als 70.000 handwerkliche Neugründungen jährlich

Im Jahr gibt es mehr als 70.000 Neugründungen im Handwerk. Darunter sind Jungunternehmer, die mit innovativen Produkten die deutsche Wirtschaft im Handwerk ankurbeln wollen. „Da draußen gibt es einige gute digitale Lösungen, die oft von Startups mit hoher digitaler Kompetenz entwickelt und von unseren Handwerkern für die Digitale Transformation des eigenen Betriebs benötigt werden”. erklärt Stephan Blank, Projektleiter im Kompetenzzentrum Digitales Handwerk. Für eine einwandfreie Kommunikation zwischen Startups und dem Handwerk selbst stellt das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk kostenlose Schulungs- und Informationsangebote bereit. Auch die bereits erwähnte Dialog- und Matchmaking-Plattform soll zeitnah an den Start gehen, um die Startups und das Handwerk eng miteinander zu vernetzen. Und auch die Handwerkskammer Berlin bietet ihre Unterstützung für Neugründungen an. „Das Handwerk und die Startup-Szene sind in Berlin besonders stark”, freut sich Jürgen Wittke, Geschäftsführer der Handwerkskammern Berlin. „Die Verbindung von handwerklichem Können und digitaler Kompetenz ist für Betriebe und Handwerkskunden ein Plus.“