Laut einer aktuellen Studie sind Berliner Solo-Selbstständige oft schlecht bezahlt und erledigen ihre Arbeiten häufig nur dürftig. Eine Meisterpflicht könnte die Lösung sein.

Unter dem Titel „Selbstständig: Solo und prekär?“ untersuchte eine Studie, wie Solo-Selbstständige arbeiten und bezahlt werden. Die Ergebnisse wurden von der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales vorgestellt. Demnach seien Berliner Solo-Selbstständige oft schlecht bezahlt und würden sehr prekär arbeiten. Das Baugewerbe nutzt dieses Ergebnis als Argument für die notwendige Wiedereinführung einer Meisterpflicht. Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg sieht deutlichen Handelsbedarf. Man müsse die Qualität bei der Bauausführung aufgrund der hohen baulichen Herausforderungen in Berlin und Brandenburg sichern, was nur mit gut qualifizierten Unternehmen gelingen könne. Das alles spreche für eine Wiedereinführung der Meisterpflicht, denn: bei der Meisterfortbildung werden nicht nur technische Fertigkeiten vermittelt, sondern auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Auch wird das Rüstzeug für Ausbildung vermittelt, was die Meisterfortbildung aus Sicht von Frau Dr. Schreiner zu einem Garant für das System der dualen Ausbildung macht.

Gerade in Berlin viele Solo-Selbstständige

„Zwei Drittel der gut 260.000 Selbstständigen in Berlin sind solo-selbstständig. Sie haben oft nur ein niedriges Einkommen, aus dem dann weder der Lebensunterhalt noch die Sozialbeiträge gedeckt werden können“, erklärt die Berliner Arbeitssenatorin Elke Breitenbach. Laut der Studie „Selbständig: Solo und prekär?“ liegt der Anteil der Solo-Selbstständigen an der Erwerbsbevölkerung in Berlin bei elf Prozent. Im Bundesländervergleich liegt Berlin damit auf dem ersten Platz. Im Saarland sind es beispielsweise nur drei Prozent. Es gibt allerdings auch eine positive Nachricht: Der Anteil von Solo-Selbstständigen ist in der Baubranche vergleichsweise gering. Architektur- und Ingenieurbüros kommen auf einen Anteil von 3,95 Prozent, im Bereich vorbereitender Baustellenarbeiten, der Bauinstallationen und sonstiger Ausbaugewerke liegt diese Zahl bei 3,82 Prozent. Im Bereich der kreativen, künstlerischen und unterhaltenden Tätigkeiten liegt der Prozentsatz bei stolzen 19,51 Prozent. Wie sehr die Solo-Selbstständigkeit letztendlich wirklich für die prekären Situationen verantwortlich ist, lässt die Studie offen. Jedoch legt auch sie nahe, dass eine Wiedereinführung der Meisterpflicht die Situation für alle Branchen verbessern würde.