Die SPD und die Union planen in einigen ausgewählten Handwerksberufen die Wiedereinführung der Meisterpflicht. Unter anderem sind Fliesenleger und Raumausstatter betroffen.

Vor 15 Jahren wurde die Meisterpflicht in mehr als 50 Berufen abgeschafft und hat schon damals für viele Diskussionen gesorgt. Mit der Reform 2004 wollte die damalige Bundesregierung einfachere Tätigkeiten für Selbstständige ermöglichen. Das Handwerk wünscht sich schon länger eine Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Berufen. Die große Koalition plant nun eine Wiedereinführung in einigen dieser handwerklichen Berufe. In einer aktuellen gemeinsamen Erklärung heißt es vom Unionsfraktionsvizen Carsten Linnemann und SPD-Fraktionsvizen Sören Bartol: „Wir sind davon überzeugt, dass der Meisterbrief im deutschen Handwerk die beste Garantie für Qualitätsarbeit, Verbraucherschutz, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft liefert“. Zu den zwölf Berufen, für die die Abgeordneten eine Wiedereinführung der Meisterpflicht planen, gehören:

– Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
– Betonstein- und Terrazzohersteller
– Estrichleger
– Behälter- und Apparatebauer
– Parkettleger
– Rollladen- und Sonnenschutztechniker
– Drechsler und Holzspielzeugmacher
– Böttcher
– Glasveredler
– Schilder- und Lichtreklamehersteller
– Raumausstatter
– Orgel- und Harmoniumbauer

Bestehende Betriebe, die derzeit noch nicht der Meisterpflicht unterliegen, sollen einen Bestandsschutz erhalten und ihr Handwerk auch weiterhin selbstständig ausüben dürfen. Mit der Teilrevision der Entscheidung vor 15 Jahren möchte man vor allem hochwertige berufliche Ausbildungen und die Qualität der Leistungen sichern. „Die Meisterpflicht trägt […] durch eine hochwertige berufliche Aus- und Weiterbildung […] maßgeblich zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses bei. Unser Ziel ist mehr Qualität für die Kundschaft und mehr Nachwuchs im Handwerk durch eine bessere Ausbildung“, heißt es in der Erklärung. Das Kriterium für die Auswahl der zwölf aufgezählten Berufe war vor allem, ob es sich bei dem Beruf um ein gefahrgeneigtes Handwerk handelt, „deren unsachgemäße Ausübung eine Gefahr für Leben und Gesundheit bedeutet“. Die Liberalen loben das Vorhaben: „Wir freuen uns, dass mit der teilweisen Wiedereinführung der Meisterpflicht in ausgewählten Berufen dem Handwerk die notwendige Wertschätzung und Anerkennung entgegengebracht wird“, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas L. Kemmerich.