In München sollen drei identische Studentenwohnhäusern aus jeweils verschiedenen Haupt-Baumaterialien gebaut werden. Getestet werden sie auf ihre Klimafreundlichkeit.

Identische Geometrie und Größe – in Garching bei München sollen drei gleiche Studentenwohnhäuser entstehen. Das Besondere: Jedes davon wird aus einem anderen Baustoff gebaut werden. Geplant ist jeweils ein Haus aus Leichtbeton ohne Stahl, Massivholz und aus hochwärmedämmendem Mauerwerk.

© Florian Nagler Architekten

Das Projekt wird geleitet vom Studentenwerk München und unterstützt von drei Lehrstühlen der Technischen Universität München und auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt das Vorhaben fachlich und sogar finanziell mit rund 520.000 Euro. Denn: Das Projekt soll viele aufschlussreiche Antworten auf Fragen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit geben. Was kann man gegen den hohen Energieverbrauch in Gebäuden tun? Wie blickt man unter der zunehmenden und unübersichtlichen Anzahl an Normen und Baugesetzen noch durch? Wie schafft man es, Baumaterialien nach ihrer Nutzung wieder zurück in den Produktionskreislauf zu führen?

Wichtiges Projekt für den Klimaschutz

Über mehrere Jahre soll unter anderem erfasst werden, wie sich die unterschiedlichen Baustoffe auf die Energiekosten auswirken. Dabei werden die Ziele verfolgt, die Komplexität im Bauwesen und damit auch die Baukosten zu verringern, einfache Entwurfs- und Konstruktionsweisen zu identifizieren, nachhaltige Konstruktionen zu entwickeln und robuste Haustechnikkonzepte umzusetzen. Der ökologische Fußabdruck ist hierbei das entscheidende Stichwort. Die Systeme für das Verteilen von Wärme, Stark- und Schwachstrom sowie Warmwasser sollen getrennt werden, um notwendige Sanierungsmaßnahmen fortlaufend optimieren zu können. Eine Verringerung der technischen Komplexität und eine einfache Gebäudehülle sollen einen Null-Energie-Standard erreichen und den Energiebereich simulieren. Dabei soll so transparent wie möglich über die Projektjahre erfasst werden, wie ökologisch die Gebäude sind. Der DBU-Generalsekretär Alexander Bonde erinnerte bei der Überreichung des Bewilligungsschreibens für die DBU-Förderung, dass 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland auf das Bereitstellen von Heizwärme entfallen, in privaten Haushalten sogar fast drei Viertel: „Will die Weltgemeinschaft die Ende 2015 auf der Klimakonferenz in Paris beschlossene Begrenzung des Temperaturanstiegs auf möglichst nicht mehr als eineinhalb Grad schaffen, kann das nur mit Hilfe umfassender Maßnahmen im Gebäudesektor geschehen.“